Klimaschutzziele durch Förderung erreichen

Klimaschutzziele durch Fördern nicht durch Fordern erreichen

Der CO2-Ausstoß muss zügig gesenkt werden, und zwar dort, wo es am kosteneffizientesten möglich ist. Klimaneutralität ist ein zentrales gesellschaftliches Ziel. Besonders im Fokus steht dabei der Gebäudesektor, denn er muss ein elementares Bedürfnis des Menschen befriedigen: das Wohnen.

Die privaten Eigentümer sind sich ihrer Verantwortung für ihre Mieter und die Bewohner der Immobilien bewusst. Private Vermieter kümmern sich um die Instandhaltung und klimabewusste Sanierung ihrer Immobilien. Instandhaltungen und Sanierungen kosten Geld. Das Vermieten muss auskömmlich sein. Unter anderem aus diesem Grunde dürfen Mieten nicht pauschal gebremst, gekappt, gedeckelt oder anderweitig reguliert werden.

Bei jeder klimapolitischen Entscheidung sind die Auswirkungen auf die Kosten des Wohnens mitzudenken. Bei jeder Idee und Maßnahme, die im Zusammenhang mit Klimavorgaben für den Gebäudesektor verabschiedet wird, ist von der Politik vorab eine tatsächliche Begutachtung der Auswirkungen auf die Kosten des Wohnens zu erstellen. Finanzielle Überforderungen der privaten Eigentümer müssen verhindert werden. Die Kosten des Klimaschutzes dürfen nicht bei den privaten Eigentümern hängen bleiben. Regulierungen wie die Mietpreisbremse, die Kappungsgrenzenverordnung und ähnliche regulatorische Daumenschrauben sind Gift für klimapolitisch gewollte Investitionen in den Gebäudebestand. Wer mehr Klimaschutz im Gebäudebestand will, muss Investitionen fördern, nicht unterbinden.

Dipl.-Ing. Andreas Schemmel,
Vorsitzender Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.

Bremen braucht Einfamilienhäuser

Liebe Mitglieder

Bremen braucht Einfamilienhäuser. Der Wunsch nach Wohneigentum und das möglichst im Grünen ist ungebrochen – vor allem Menschen zwischen 20 und 40 Jahren würden gerne eine Immobilie kaufen oder bauen. Diverse Studien weisen diese Wünsche Jahr für Jahr nach.

Sicher ist, dass die Menschen versuchen werden sich ihre Sehnsucht nach einem nach eigenen Wünschen gebauten Haus zu erfüllen – auf die eine oder andere Weise. Das Einfamilienhaus in Bremen und Bremerhaven zu verhindern oder gar zu verbieten wäre der falsche Weg. Ein Teil der Betroffenen wird bei entsprechender Zahlungsbereitschaft in die ohnehin angespannten attraktiven Innenstadtlagen ausweichen, um so den Kompromiss der Etagenwohnung wenigstens durch eine zentrale Lage auszugleichen. Diejenigen mit einem starken Wunsch nach einem Einfamilienhaus werden die günstigeren Angebote im niedersächsischen Umland wahrnehmen. Dies kann nicht gewünscht sein.

Die erste Gruppe sorgt kurzfristig für eine weitere Verschärfung des angespannten städtischen Wohnungsmarktes. Die zweite Gruppe wandert ins Umland ab und sorgt durch den entstehenden Pendelverkehr für eine zusätzliche ökologische Belastung. Die dringend in Bremen benötigten Einkommenssteuern fließen in das angrenzende Bundesland ab. Langfristig wird diese Gruppe der Eigenheimerwerber im Umland den dortigen Wohnungsmarkt durch ihre erhöhte Nachfrage verschärfen. Alternativen bei der Innenentwicklung und Nachverdichtung sind auch für Städte wie Bremen und Bremerhaven wichtig. Das Maß für die Stadtentwicklung muss sich jedoch an den Wünschen der jungen Menschen und Familien orientieren. Wenn man im Innenbereich mit der Stadtentwicklung keine Antworten auf die Bedürfnisse findet, dann kann die Lösung nicht sein, den Wunsch nach dem Leben im Einfamilienhaus zu unterbinden oder zu verbieten.

Ihr Nils Kobilke
Vorsitzender Haus & Grund Bremen-Nord e.V.

Wichtigkeit der Eigentümer im Land Bremen

Liebe Mitglieder,

wir als private Eigentümer im Land Bremen sind wichtig! Wichtig für einen sozial ausgewogenen Mietwohnungsmarkt, wichtig für die Infrastruktur, wichtig für die Wirtschaft und insbesondere wichtig für die Arbeitsplätze in unserem Bundesland.

Private Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer in Deutschland verfügen über rund 33,3 Millionen Wohnungen auf dem Wohnungsmarkt, ca. 80 Prozent des gesamten Wohnungsbestandes. Sie investieren jährlich über 95 Milliarden Euro in den Wohnungsbestand. Unter Berücksichtigung der positiven Effekte in anderen Branchen sichern oder schaffen diese Investitionen jährlich rund 2,3 Millionen Arbeitsplätze.

Der Haus & Grund Landesverband Bremen e.V. vertritt die Interessen von rund 8.500 Mitgliedern. Diese Mitglieder sind Eigentümer von rund 39.950 Wohnungen. Die Mitglieder von Haus & Grund Bremen verfügen über einen Anteil von 12,43 Prozent des gesamten Wohnungsmarktes in Bremen.

Die von unseren Mitgliedern in ihren Wohnungsbestand getätigten Investitionen betragen 96.519.000 Euro jährlich. Diese Investitionen summieren sich für alle privaten Eigentümer in Bremen auf rund 294.030.000 Euro.

Die Investitionen der bei Haus & Grund organisierten privaten Eigentümer sichern oder schaffen 2.413 Arbeitsplätze in der regionalen Wirtschaft, die Investitionen aller privaten Eigentümer sichern oder schaffen rund 7.351 Arbeitsplätze in der regionalen Wirtschaft. Aus diesem Grund haben wir an dem bundesweiten Haus & Grund-Aktionstag zum 2. Wohngipfel der Bundesregierung in Bremen und in rund 100 weiteren Städten darauf aufmerksam gemacht, dass man uns als private Eigentümer und Vermieter weder in der Öffentlichkeit, noch in der Politik mit dubiosen Immobilienfirmennetzwerken und rein gewinnorientierten Aktiengesellschaften in eine Schublade stecken darf.

Wir sind uns unserer Verantwortung für unsere Mieter und die Bewohner unserer Immobilien bewusst. Private Vermieter kümmern sich um die Instandhaltung ihrer Immobilien. Instandhaltungen kosten Geld. Das Vermieten muss deshalb auskömmlich sein. Mieten dürfen nicht pauschal gebremst, gedeckelt oder anderweitig reguliert werden.

Ihr Dipl.-Ing. Andreas Schemmel,
Vorsitzender Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.

Folgen für uns Haus- und Wohnungseigentümer

Liebe Leserinnen und Leser, wir alle wünschen Ihnen ein gesundes und gutes Jahr 2021!

Das vergangene Jahr hat uns aus vielen Perspektiven viel Geduld und Flexibilität abverlangt! Die Pandemie mit ihren verheerenden gesundheitlichen, aber auch wirtschaftlichen Folgen ist für viele von uns nur ein Aspekt. Der mit dem Ende des Jahres vollzogene Brexit, dessen gravierende Auswirkungen wir vermutlich erst in den nächsten Jahren spüren werden, ist ein anderer. Es gab aber auch Lichtblicke: Unter anderem die Wahl eines neuen Präsidenten in den Vereinigten Staaten von Amerika und die Aussicht wirksame Impfstoffe gegen Corona gefunden zu haben. Deutschland steht vor einem Superwahljahr. In sechs Bundesländern wird der Landtag neu gewählt. Am 26. September 2021 ist Bundestagswahl. In diesem Jahr sollten wir uns als private Eigentümerinnen und Eigentümer genau anschauen, welche Partei unsere Interessen vertritt.

Im Land Bremen ist seit 2019 „rot-grün-rot“ im Amt. Was sind die Folgen für uns Haus- und Wohnungseigentümer?

Der angedrohte Mietendeckel wurde mit dem Argument abgewendet, dass der Mietwohnungsmarkt in Bremen nicht so angespannt ist, wie es von politischer Seite immer wieder in den Medien propagiert wird. Nach Einschätzungen der Baubehörde ist die Mietbelastung in den vergangenen Jahren gesunken. In Bremen liegt die durchschnittliche Bestandsmiete unter 6,50 Euro. Ein Anlass für staatliche Regulierung des Mietmarktes ist daher nicht gegeben. Dennoch werden die privaten Eigentümer und Vermieter in Bremen immer weiter mit Gesetzen und Verordnungen drangsaliert. Die Kappungsgrenzenverordnung und die Mietpreisbremse sind erneuert worden. Auch das Wohnraumschutzgesetz wird trotz fehlender Argumentationsgrundlage verschärft. Jegliche Gegenargumente unsererseits wurden in den Anhörungsverfahren ignoriert.

Aber nicht nur mietrechtliche Fragen bewegen uns, sondern auch das, was da mit der Grundsteuerreform auf uns zukommt. Das Grundsteuermodell, das der Bremer Senat präferiert führt zu mehr Bürokratie und wird die Wohnkosten in manchen Stadtteilen sowohl für Eigentümer als auch für Mieter nach oben treiben.

Wir wünschen uns alle, dass das politische Jahr 2021 in Bremen und Bremerhaven von Vernunft geprägt sein wird.

Wir wünschen Ihnen ein gutes und glückliches neues Jahr. Vor allem: Bleiben Sie gesund! Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen in unseren Geschäftsstellen in Bremen, Bremen-Nord und Bremerhaven.

Ihr Ingmar Vergau,
Geschäftsführer Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.

Bestimmendes Thema – Corona

 Liebe Mitglieder in Bremen, Bremerhaven und umzu,

in wenigen Tagen ist Weihnachten und der Jahreswechsel steht vor der Tür. Normalerweise resümieren wir an dieser Stelle, was uns das vergangene politische Jahr in Bremen und Bremerhaven beschert hat. Aber die Welt hat sich in den vergangenen zehn Monaten drastisch verändert.

Wir alle in Bremen und Bremerhaven, in Deutschland und fast auf der ganzen Welt haben seit März diesen Jahres ein alles bestimmendes Thema: Corona.

Bis Ende November hatten sich rund 10.000 Menschen in Bremen, ca. 1.000.000 Menschen in Deutschland und mehr als 60.000.000 weltweit mit dem Virus infiziert. Covid-19 belastet alle Lebensbereiche sowohl im öffentlichen Bereich, in den Schulen, im Beruf und ganz besonders im Privaten. Besonders betroffen sind unsere Mitmenschen, die zu Risikogruppen gehören und teilweise über Monate isoliert wurden. Kinder und Enkel durften Senioren in Seniorenresidenzen nicht besuchen. Senioren saßen in Quarantäne in ihren Wohnungen und Häusern. Konnten Besuch nur getrennt durch eine Fensterscheibe empfangen. Erkrankte mussten teilweise dramatische Qualen durchleben und manche sind mit oder an dem Virus verstorben. All diese Umstände veranlassen uns in diesem Jahr Sie zu bitten: Wenn es irgendwie möglich ist, lassen Sie Ihre Lieben, Ihre Nachbarn, Ihre Freunde und Bekannten an den Weihnachtstagen wissen, dass Sie füreinander da sind. Wenn möglich besuchen Sie Ihre Verwandten und geben ihnen Halt und Hoffnung.

Eins versprechen wir Ihnen: Haus & Grund wird sich im politischen Bremen, Bremerhaven und Berlin weiter mit aller Kraft dafür einsetzten, dass Ihnen Ihre Freude an Ihrem Immobilieneigentum erhalten bleibt.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien trotz allem ein wunderbares Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in das neue Jahr. Bleiben Sie uns treu und vielleicht ist ja ein Gutschein für ein Jahr kostenlose Mitgliedschaft bei Haus & Grund noch eine gute Geschenkidee.

Ihr Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.
Dipl.-Ing. Andreas Schemmel, Vorsitzender
Dr. Olaf Voßhans, stellv. Vorsitzender
Nils Kobilke, stellv. Vorsitzender

Grundrechtlich geschütztes Eigentum

Senat muss für Schutz der privaten Eigentümer sorgen

Verkehrte Welt! Statt zügig die Räumung der Lahnstraße 61-63 zu veranlassen, die Straftäter vor die Tür zu setzen und einer Strafverfolgung zuzuführen und dem rechtmäßigen Eigentümer wieder den Besitz an seiner Immobilie einzuräumen, wird der linksradikalen „Rosaroten Flora“ von der Baubehörde mit Strom-, Gas- und Wasserlieferungen auf Steuerzahlerkosten der Hintern gepudert.

Alles aufgrund der öffentlichen Unterstützung durch die Regierungsparteien Die Linken und Bündnis90/Die Grünen und offenbar nach Absprache mit der grünen Bausenatorin und der linken Wirtschaftssenatorin sowie dem SPD-Innensenator.

Diese liebevolle Behandlung der Straftäter animiert diese dazu noch einen Schritt weiter zu gehen und den Eigentümer zu bedrohen. Was muss noch geschehen um den Senat zum Handeln zu bewegen? Brennende Autos, beschädigte Immobilien, Farbattacken, Körperverletzungen, ein brandschatzender linker Mob der durch die Straßen Hamburgs, Berlins und als nächstes möglicherweise durch Bremen zieht? Muss es erst zu Todesfällen kommen?

Wir können nur an die Vernunft der Regierungsverantwortlichen appellieren, dem Spuk endlich ein Ende zu setzen. Eine weitere Eskalation darf es nicht geben.

Wir fordern den Senat auf das grundrechtlich geschützte Eigentum aktiv zu schützen und für geordnete Verhältnisse zu sorgen. Weder rechten noch linksradikalen Straftätern darf in unserem Land und unserer Stadt Raum gegeben werden. Keinen Millimeter!

Ihr Dipl.-Ing. Andreas Schemmel,
1. Vorsitzender Haus & Grund Bremen e.V.

Mietpreisbegrenzungsverordnung

Mietpreisbremse 2.0 in Planung

Immer wieder wird sie aufgemacht, die Mottenkiste der Gängelungsinstrumente gegen Vermieter. In diesem Jahr ist es mal wieder die Mietpreisbegrenzungsverordnung: Nachdem die Mietpreisbremse schon die vergangenen fünf Jahre nur negative Auswirkungen hatte, ist jetzt die Mietpreisbremse 2.0 in Planung.

Haus & Grund Bremen hat bereits in der Anhörung zum geplanten Neuerlass der Mietpreisbegrenzungsverordnung ausgeführt, dass auch diese die gewünschten Ziele nicht erreichen wird. Im Gegenteil – es ist sogar zu befürchten, dass entgegengesetzte Wirkungen ausgelöst werden:Die geplante Mietpreisbremse ist vollkommen ungeeignet, den mit ihr verfolgten Zweck in irgendeiner Weise zu fördern. Das Instrument soll vorgeblich die Wohnungsnot bekämpfen bzw. den Markt für einkommensschwächere Bevölkerungsschichten öffnen. Zugleich soll die Verordnung die Gentrifizierung verhindern. All diese Ziele können durch die Rechtsverordnung des Landes nicht erreicht werden. Im Gegenteil: Durch das Gesetz wird sich der Markt noch weiter verengen und die Gentrifizierung wird befördert.

Es ist davon auszugehen, dass durch gedrosselte Mieten die ohnehin beliebten Stadtteillagen für alle Einkommensschichten noch attraktiver werden. Die Nachfrage nach Wohnraum nimmt also deutlich zu. Die Möglichkeit, den Zuschlag für die Wohnung zu erhalten, sinkt dagegen insbesondere für Menschen mit niedrigem Einkommen deutlich ab. Denn die Vermögensverhältnisse der Kandidaten werden weiterhin das entscheidende Auswahlkriterium bleiben. Zugleich wird durch die geringeren Mieten mehr Wohnfläche erschwinglich. Größere Wohnungen werden somit voraussichtlich künftig von weniger Personen bewohnt, was ebenfalls den Druck auf den Wohnungsmarkt erhöht. Zusätzlich wird durch die Mietpreisbremse die Vermietung von Wohnraum zunehmend unattraktiv. Da die Nachfrage nach selbstgenutztem Wohneigentum weiter steigt, werden vermehrt Mietwohnungen in Wohneigentum umgewandelt und damit ebenfalls dem Mietmarkt entzogen.

Auch die schon 2015 geäußerten verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die Mietpreisbegrenzungsverordnung konnten bis heute nicht aus dem Weg geräumt werden.

Zu Recht haben wir im Anhörungsverfahren gefordert den Entwurf der Landesverordnung nicht umzusetzen. Hilfsweise haben wir unsere Forderung nach der Erstellung eines Mietspiegels erneuert. Das Bestehen eines qualifizierten Mietspiegels ist Voraussetzung für die wirksame Ausweisung der Gebiete, in welchen eine Mietpreisbremse Wirkung entfalten könnte. Allerdings sind verfassungskonforme Richtlinien zur Erstellung des qualifizierten Mietspiegels vorzugeben, um den notwendigen Marktbezug sicherzustellen.

Ihr Ingmar Vergau,
Geschäftsführer Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.

Selbsterfüllende Prophezeiungen

Wohnen sei die soziale Frage unserer Zeit
Das sagen der Deutsche Mieterbund und der Deutsche Gewerkschaftsbund sowie inzwischen auch viele Parteien. Denn Wohnraum sei auch für normale Menschen nicht mehr bezahlbar.

Die Folge dieser Behauptung ist, dass auch bürgerliche Parteien auf Lösungen wie Mietpreisbremse, Baugebote und Umwandlungsverbote setzen, die Wohnen angeblich bezahlbar machen und damit die soziale Frage lösen. Unter Volkswirten fast unstreitig ist, dass genau solche Gesetze den Mietwohnungsmarkt erst kaputtmachen. Besonders eindrucksvoll wird das in diesen Tagen in Berlin deutlich, wo mit dem Mietendeckel die schärfste aller Maßnahmen ergriffen wurde.

Damit sind die vermeintlichen Lösungen die wahre Ursache des Problems, das dadurch erst geschaffen wird. Das beweist die neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft. Nur bei wenigen Haushalten ist in den vergangenen Jahren tatsächlich ein Anstieg der Mietwohnkostenbelastung zu verzeichnen, während gleichzeitig die Zufriedenheit mit der Wohnsituation gestiegen ist. Das Institut kommt zu dem Schluss: Wohnen ist nicht die soziale Frage unserer Zeit.

Als selbsterfüllende Prophezeiungen gelten anfänglich falsche Beschreibungen einer Situation, die ein neues Verhalten verursachen. Die Folge: Die ursprünglich falsche Auffassung wird wahr. Genau das geschieht jetzt in der Wohnungspolitik. Es ist Zeit für eine Rückkehr zu Fakten und zur Realität!

Ihr Kai K. Warnecke,
Präsident Haus & Grund Deutschland

Fotovoltaik soll Pflicht bei Neubauten und auch Bestandsimmobilien werden

Die Bremische Bürgerschaft hat im Juni einen Antrag zur Solardachpflicht beschlossen

Grundsätzlich sind Solardächer wünschenswert. Fotovoltaik in einem Bremer Sonderweg bei Neubauten generell und zum Teil auch bei Bestandsimmobilien zur Pflicht zu machen, ist jedoch nicht der richtige Weg. So erstrebenswert es für die Umwelt und die Energiewende ist, wir hätten uns gewünscht, dass die Installation von Solardächern durch Subventionen und Zuschüsse für die Errichter attraktiver gemacht werden. Es besteht die Gefahr, dass der Bau dringend erforderlicher Neubauwohnungen ausgebremst wird. Das Bauen in Bremen ist schon jetzt durch die vielen bereits bestehenden Regulierungen kompliziert und teuer. Hier besteht erneut die Gefahr, dass der Abwanderung der Bauwilligen ins niedersächsische Umland Vorschub geleistet wird. Kostentreibende Regeln wie die kürzlich eingeführte Dachbegrünungspflicht, die bestehenden Schallschutznormen, die Dämmpflichten, die Verpflichtung Stellplätze oder Spielflächen zu errichten sorgen im Vergleich zum niedersächsischen Umland für 10 bis teilweise sogar 25 Prozent höhere Preise vergleichbarer Wohnungen.

Der Beschluss der Bürgerschaft sieht vor, dass bei Bestandsimmobilien in jedem Einzelfall geprüft werden kann, ob ein Solardach für den Eigentümer wirtschaftlich zumutbar ist. Hier stellt sich die Frage wo die Zumutbarkeitsgrenze liegen soll. Solaranlagen können je nach Ausstattung schnell 10.000 Euro bis 15.000 Euro kosten und die Dachsanierungskosten somit deutlich erhöhen. Mit saftigen Sub-ventionen und kräftiger Unterstützung bei der Finanzierung der Anlagen würde die Bereitschaft zur Modernisierung sicherlich steigen. Zwang führt im Zweifel zu Unmut und Widerstand.

Dipl.-Ing. Andreas Schemmel,
1. Vorsitzender Haus & Grund Bremen e.V.

Wirtschaftliche Folgen aufgrund der Corona-Pandemie

Lieber Leser, liebe Leserinnen,

auch wenn die ergriffenen Maßnahmen gegen das Virus langsam gelockert werden, die Pandemie hat Deutschland, Europa und die Welt immer noch fest im Griff. Die wirtschaftlichen Folgen sind schon jetzt dramatisch. Auch in Bremen!

Gleich zu Beginn der Krise hat der Staat mehrere Schutzschirme für Mieter aufgespannt, um diese vor dem Verlust der Wohnung zu schützen. Zuzahlung aus dem Wohngeld und die Übernahme der Kosten der Unterkunft im Arbeitslosengeld II unterstützen Mieter bei Einkommenseinbußen. Kaum ein Mieter muss sich angesichts dieser Absicherung Sorgen machen, die Miete nicht zahlen zu können oder die Wohnung zu verlieren. Vor diesem Hintergrund ist es nur schwer nachvollziehbar, dass der Gesetzgeber im März über ein Mietmoratorium Mietern den Anreiz gegeben hat, ihre Mieten nicht mehr zu zahlen. Mit dem Mietmoratorium überträgt der Staat seine soziale Verantwortung für in Not geratene Mieter auf Vermieter und geht die Gefahr ein, dass auch diese in eine finanzielle Schieflage geraten. Dieses betrifft deutschlandweit 3,9 Millionen vermietende Privatpersonen, deren Existenzen nicht nur durch die Corona-Krise selbst, sondern nun auch durch Zahlungsausfälle bedroht sind.

Die Mietausfallquote bei privat vermieteten Wohnungen liegt in normalen Zeiten bei ca. 5 Prozent. Durch das Mietenmoratorium verstärkt der Staat das Mietausfallrisiko, was eine Befragung der Mitglieder von Haus & Grund Bremen und Mitgliedern von drei weiteren großen Haus & Grund Vereinen Anfang Mai 2020 bestätigt hat.

17 Prozent der befragten Bremer Vermieter gaben an, dass ihre Wohnraummieter die Mieten vollständig oder zumindest teilweise zurückgehalten haben. Damit liegt Bremen über dem Durchschnitt der übrigen befragten Vereinsmitglieder, der immerhin bei 13 Prozent lag. Die durchschnittliche Höhe der Ausfälle die der einzelne Vermieter derzeit zu beklagen hat liegt in Bremen bei rund 1.150 Euro, in den übrigen Städten sogar bei rund 2.700 Euro. Dramatischer sind die Mietausfälle bei den Gewerberaummieten, die pro Vermieter mit 12.000 Euro ermittelt wurden. Hier gaben die Vermieter an, dass 40 Prozent der Gewerbemietverhältnisse von Mietausfällen beziehungsweise Mietreduzierungen aufgrund der Corona-Krise betroffen waren.

Besonders in diesem Zusammenhang hervorzuheben ist, dass lediglich 28 Prozent der Wohnraummieter und nur 10 Prozent der Gewerberaummieter ihren Vermietern die für eine Stundung und somit die Vermeidung einer Kündigung zwingend erforderlichen Unterlagen einer finanziellen Notlage vorgelegt haben. Die Umfrage spiegelt auch die gewonnenen Eindrücke unserer Berater in der täglichen Rechtsberatung unserer Mitglieder wieder.

Die Vermieter brauchen jetzt schnell Unterstützung, denn auch sie müssen ihren Verpflichtungen weiter nachkommen. Viele Vermieter, denen es möglich ist, verhalten sich ihren Mietern gegenüber äußerst solidarisch und bieten individuelle Lösungen an – ganz ohne staatliche Unterstützung. In vielen Fällen stehen sich jedoch finanzschwache Mieter und finanzschwache Vermieter gegenüber. Für diese Fälle fehlt bislang jegliche Unterstützung, um die Krise zu bewältigen. Hier gibt es akuten Handlungsbedarf insbesondere von Seiten der Bundesregierung und des Bundestages!

Nils Kobilke,
1. Vorsitzender Haus & Grund Bremen-Nord e.V.