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Angestrebte Klimaschutzziele

Bürger dürfen nicht überfordert werden!

Ohne alternative Heizungen, bessere Dämmung und neue Fenster in tausenden Häusern und Wohnungen in Bremen, Bremerhaven und ganz Deutschland sind die von der Regierung derzeitig angestrebten Klimaschutzziele kaum zu erreichen. Doch die nötigen Sanierungen werden einer Studie, des Kieler Bau-Beratungsinstituts Arge, zufolge Haus- und Wohnungsbesitzer – und damit nicht nur die Eigentümerinnen und Eigentümer, sondern auch Mieterinnen und Mieter, bis zum Jahr 2045 mehrere Billionen Euro kosten. Immer höhere Standards überfordern uns Eigentümer finanziell genauso wie unsere Mieter. Hier ist es dringend notwendig, dass die Politik gegensteuert, ihre Anforderungen herunterschraubt und außerdem den Haus- und Grundeigentümern intensive finanzielle Unterstützung zukommen lässt.

Klimaneutral können wir in Bremen, Bremerhaven und im Rest der Republik auch mit mittleren Gebäudestandards werden, wenn man auf erneuerbare Energien umstellt. Es ist immer noch zweifelhaft, ob höhere energetische Anforderungen an die Wohngebäudesanierung auch tatsächlich zu mehr Klimaschutz beitragen und ob die notwendigen Investitionen nicht besser in andere Klimaschutzmaßnahmen investiert wären. Wenn man in Bremen und Bremerhaven ältere Gebäude insbesondere auch Altbremer Häuser bis auf den höchsten Standard sanieren muss, werden die Mieten in diesen Gebäuden erheblich steigen müssen. Folge wäre, dass in Stadtteilen mit einem hohen Anteil an Bauten aus der Gründerzeit eine unerwünschte Verdrängung stattfinden würde.

Die Ampelkoalition in Berlin will die Anforderungen für Energieeffizienz im Neubau bis 2025 auf den Effizienzhaus 40 Standard anheben. Effizienzhaus 40 bedeutet, dass das Gebäude nur 40 Prozent der Energie des Standard-Neubaus verbraucht. Bestandsgebäuden sollen ab 2024 auf Effizienzhaus 70 Standard umgebaut werden. Bereits jetzt werden in Deutschland jährlich 50 Milliarden Euro in energetische Sanierungen investiert. Selbst wenn man lediglich das Effizienzhaus 70 beim Neubau und das Effizienzhaus 115 bei Sanierungen erreichen wollte, würde sich diese Summe schätzungsweise verdreifachen. Bis 2045 würden den Sanierenden mindestens 3,6 Billionen Euro abverlangt. Eine schier unvorstellbare Summe.

Ein bestehendes Ein- oder Zweifamilienhaus auf das Niveau eines Effizienzhauses 115 zu bringen, kostet der Kieler Studie zufolge zwischen 660 und 1.070 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Ein Effizienzhaus 40 würde nach heutigen Schätzungen sogar bis zu 1.600 Euro pro Quadratmeter kosten.

Ein weiterer Hemmschuh für die Sanierungsbemühungen werden mangelnde Kapazitäten im Handwerk sein. Auch bleibt abzuwarten, ob und wie lange die derzeitige Materialknappheit bei den Baumaterialien anhalten wird, die ebenfalls als Kostentreiber wirkt.

Die Wünsche der Ampelregierung müssen deutlich nach unten korrigiert werden, um die Bürger nicht zu überfordern.

Ihr Dipl.-Ing. Andreas Schemmel,
1. Vorsitzender Haus & Grund Bremen e.V.

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