Angestrebte Klimaschutzziele

Bürger dürfen nicht überfordert werden!

Ohne alternative Heizungen, bessere Dämmung und neue Fenster in tausenden Häusern und Wohnungen in Bremen, Bremerhaven und ganz Deutschland sind die von der Regierung derzeitig angestrebten Klimaschutzziele kaum zu erreichen. Doch die nötigen Sanierungen werden einer Studie, des Kieler Bau-Beratungsinstituts Arge, zufolge Haus- und Wohnungsbesitzer – und damit nicht nur die Eigentümerinnen und Eigentümer, sondern auch Mieterinnen und Mieter, bis zum Jahr 2045 mehrere Billionen Euro kosten. Immer höhere Standards überfordern uns Eigentümer finanziell genauso wie unsere Mieter. Hier ist es dringend notwendig, dass die Politik gegensteuert, ihre Anforderungen herunterschraubt und außerdem den Haus- und Grundeigentümern intensive finanzielle Unterstützung zukommen lässt.

Klimaneutral können wir in Bremen, Bremerhaven und im Rest der Republik auch mit mittleren Gebäudestandards werden, wenn man auf erneuerbare Energien umstellt. Es ist immer noch zweifelhaft, ob höhere energetische Anforderungen an die Wohngebäudesanierung auch tatsächlich zu mehr Klimaschutz beitragen und ob die notwendigen Investitionen nicht besser in andere Klimaschutzmaßnahmen investiert wären. Wenn man in Bremen und Bremerhaven ältere Gebäude insbesondere auch Altbremer Häuser bis auf den höchsten Standard sanieren muss, werden die Mieten in diesen Gebäuden erheblich steigen müssen. Folge wäre, dass in Stadtteilen mit einem hohen Anteil an Bauten aus der Gründerzeit eine unerwünschte Verdrängung stattfinden würde.

Die Ampelkoalition in Berlin will die Anforderungen für Energieeffizienz im Neubau bis 2025 auf den Effizienzhaus 40 Standard anheben. Effizienzhaus 40 bedeutet, dass das Gebäude nur 40 Prozent der Energie des Standard-Neubaus verbraucht. Bestandsgebäuden sollen ab 2024 auf Effizienzhaus 70 Standard umgebaut werden. Bereits jetzt werden in Deutschland jährlich 50 Milliarden Euro in energetische Sanierungen investiert. Selbst wenn man lediglich das Effizienzhaus 70 beim Neubau und das Effizienzhaus 115 bei Sanierungen erreichen wollte, würde sich diese Summe schätzungsweise verdreifachen. Bis 2045 würden den Sanierenden mindestens 3,6 Billionen Euro abverlangt. Eine schier unvorstellbare Summe.

Ein bestehendes Ein- oder Zweifamilienhaus auf das Niveau eines Effizienzhauses 115 zu bringen, kostet der Kieler Studie zufolge zwischen 660 und 1.070 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Ein Effizienzhaus 40 würde nach heutigen Schätzungen sogar bis zu 1.600 Euro pro Quadratmeter kosten.

Ein weiterer Hemmschuh für die Sanierungsbemühungen werden mangelnde Kapazitäten im Handwerk sein. Auch bleibt abzuwarten, ob und wie lange die derzeitige Materialknappheit bei den Baumaterialien anhalten wird, die ebenfalls als Kostentreiber wirkt.

Die Wünsche der Ampelregierung müssen deutlich nach unten korrigiert werden, um die Bürger nicht zu überfordern.

Ihr Dipl.-Ing. Andreas Schemmel,
1. Vorsitzender Haus & Grund Bremen e.V.

Der Krieg in der Ukraine

Haus & Grund ruft zur Unterstützung und Aufnahme von Flüchtenden aus der Ukraine auf!

Nach Corona und der Flut im Ahrtal ist nun eine weitere humanitäre Katastrophe eingetreten. Der Krieg in der Ukraine.

Um dem Völkermord zu entfliehen, haben sich Hunderttausende – vorwiegend Frauen und Kinder – auf den Weg gemacht, dem Kriegsgräuel zu entfliehen. Der Krieg in der Ukraine geht auch uns an. Geflüchtete Menschen aus der Ukraine kommen bei uns in Bremen und Bremerhaven an und sind auf unsere Unterstützung angewiesen. Hier können wir alle, hier können Sie praktische Hilfe leisten, um das Leid zu lindern, indem Sie Übernachtungsplätze anbieten und die Ankommenden als Gäste bei sich beherbergen oder indem Sie Geld spenden.

Auf dem Internetportal https://elinor.network/gastfreundschaft-ukraine/ können private Eigentümer Schlafplätze auch für eine begrenzte Zeit zur Verfügung stellen. Die von Haus & Grund unterstützte Aktion wird organisiert von elinor, betterplace.org, der GLS Bank und Ecosia. Auf der Plattform werden Menschen für Menschen, jenseits der Nationalitätszugehörigkeit und des politischen Hintergrunds tätig.

Wer eine Einliegerwohnung oder einzelne Zimmer zur Verfügung stellen will, kann sich in Bremen, unter wohnraumprivat@soziales.bremen.de , an „Zukunft Wohnen“ wenden. Ein Projekt verschiedener Wohlfahrtsverbände, das von der Stadt Bremen gefördert wird. Anders als bei Vermietungsangeboten für Geflüchtete gibt es keine Vorgaben zur Mindest- oder Maximalgröße.

Der lokale ehrenamtliche Ansprechpartner „Flüchtlingshilfe Ukraine Bremen/Achim“ sucht über die Plattform Facebook Wohnungen für geflüchtete Ukrainer und Ukrainerinnen in Bremen und Umgebung unter https://www.facebook.com/groups/655385038996496.

In Bremerhaven wenden Sie sich an: Sozialamt@magistrat.bremerhaven.de

Auch Spenden sind für die Linderung des Leids wichtig. Spendenkonten sind u.a. eingerichtet bei der Ukraine-Hilfe „Herz für die Ukraine“, Sparkasse Bremen, IBAN: DE08 2905 0101 0081 4927 95

„Aktion Deutschland Hilft“, Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30.

Danke für Ihre Solidarität und Unterstützung!

Ihr Dipl.-Ing. Andreas Schemmel,
1. Vorsitzender Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.

Grundsteuerreform

Die Grundsteuerreform kommt auf die Immobilieneigentümer zu!

In Bremen und Bremerhaven gilt, anders als beispielsweise in Niedersachsen, das Bundesmodell. Mit dem komplizierten Modell sollen mit einer Vielzahl an Variablen möglichst genau die Werte der Grundstücke und Gebäude abgebildet werden. Grundstückseigentümer werden ab März 2022 dazu aufgefordert, bis zum 31. Oktober 2022 eine umfangreiche Erklärung zur Feststellung der Grundsteuerwerte abzugeben. Eine Information von der öffentlichen Hand erfolgt voraussichtlich im Juni.

Diese Fristen sind nach unserer Erkenntnis im gesamten Bundesgebiet für alle Modelle vorgesehen. Wenn man bedenkt, dass deutschlandweit rund 36 Millionen Objekte betroffen sind, ist der Zeitplan sehr sportlich. Alleine in Bremen und Bremerhaven sind rund 365.000 Wohnungen von den anstehenden Erhebungen betroffen. In Einzelfällen wird sich die Höhe der zu zahlenden Grundsteuer ändern. Es bleibt abzuwarten, ob die Hebesätze in Bremen und Bremerhaven entsprechend so sensibel angepasst werden, dass insgesamt keine Mehrbelastung der Bürger entsteht. So war es von dem ehemaligen Bundesfinanzminister und heutigen Bundeskanzler Olaf Scholz angekündigt worden. Die neue Grundsteuer wird zum 1. Januar 2025 in Kraft treten.

Für eine fristgerechte Einreichung der für die neue Grundsteuer erforderlichen Daten ist es für die Eigentümer wichtig, frühzeitig mit dem Sammeln der Daten zu beginnen. Am besten noch heute! Viele Eigentümerinnen und Eigentümer werden um die Einschaltung eines Steuerberaters nicht herumkommen. Wichtig ist die Erkenntnis, dass es sich bei der Abgabe der Erklärung um eine klassische Steuererklärung handelt. Falsche Angaben könnten Konsequenzen haben. Wenn man zum Beispiel bei der Wohnfläche eine geringere als die tatsächliche Fläche angibt, kann es sich um eine Steuerhinterziehung oder Steuerkürzung handeln.

Die Haus & Grund Teams in unseren Geschäftsstellen arbeiten derzeit intensiv daran Hilfestellungen für alle Mitglieder zu entwickeln, um Ihnen den Zugang zu dieser komplizierten Thematik zu erleichtern. Die Anforderungen, die an die Grundsteuerpflichtigen gestellt werden, sind für uns alle eine Herausforderung. Die Erklärungen können voraussichtlich nur online abgegeben werden. Nicht jeder oder jede von uns ist internetaffin, nicht jede oder jeder von uns hat sich schon einmal mit dem „Elster“-Portal auseinandergesetzt. Da auch die Steuerberater voraussichtlich mit der Flut der Aufträge überfordert sein werden, können sich die Finanzämter schon heute auf eine Vielzahl von Fristverlängerungsanträgen einstellen.

Ihr Ingmar Vergau,
Geschäftsführer Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.

Geduld und Flexibilität

Liebe Leserinnen und Leser,

wir alle wünschen Ihnen ein gesundes und gutes Jahr 2022! Die vergangenen beiden Jahre haben uns aus vielen Aspekten Geduld und Flexibilität abverlangt. Die anhaltende Pandemie mit ihren verheerenden gesundheitlichen aber auch wirtschaftlichen Folgen für viele von uns ist dabei nur ein Aspekt. Zum Beginn des Jahres 2022 möchten wir einen Blick auf die Schönheit unserer Städte richten. Immer wieder haben sich kreative Investoren mit den verantwortlichen Politikern in Bremen Gedanken über Wohl und Wehe der Städte gemacht. Arbeitskreise wurden gebildet, Bündnisse geschmiedet und teilweise wieder aufgelöst. Ein Aspekt ist unserer Meinung nach dabei zu kurz gekommen: Das derzeitige Erscheinungsbild. Wer Bremen und Bremerhaven besucht, wird von einer Flut von Graffitis an den Wänden der Gebäude und unansehnlicher Vermüllung in den Straßen empfangen. Bedauerlich in diesem Zusammenhang ist, dass eine winzig kleine Gruppe von Straftätern der Stadtgesellschaft einen hässlichen Stempel aufdrückt. Vor diesem Hintergrund hat sich mittlerweile in Bremen, unterstützt vom Haus & Grund Bremen e.V. eine Gruppe von Haus- und Wohnungseigentümern aber auch Mietern, Gewerbetreibenden und Kulturschaffenden – somit Menschen aus allen Bereichen der bremischen Gesellschaft – zusammengefunden, um eine Initiative gegen Graffiti, die Verschandelung, die Verschmutzung und die Vermüllung der Stadt zu bilden.

Wir fordern nicht nur die Politik, sondern jeden in unserer Stadtgesellschaft auf, sich aktiv an der Ächtung der Verunstaltungen der Stadt zu beteiligen. Das fängt bei der Ermahnung, keine Zigarettenkippen auf den Gehweg zu werfen an, und endet vermutlich noch nicht einmal bei der Meldung von Straftaten bei Polizei und Staatsschutz. Durch Graffiti verwahrlosende Fassaden führen häufig zu weiteren negativen Entwicklungen in den Stadtteilen. Gebäudefassaden und Bürgersteige – das gesamte Straßenbild sind die Visitenkarten der Städte. Wenn wir hier nicht gemeinsam auf das Erscheinungsbild Acht geben, wird die Attraktivität Bremens und Bremerhavens weiter sinken. Da helfen die besten Ideen für die Neugestaltung der Innenstadt nichts, wenn immer wieder destruktive Störer ihr Unwesen treiben.

Wir sollten uns an Städten wie Freiburg ein Beispiel nehmen. Dort hatte der Gemeinderat schon im Jahr 2017 einen Maßnahmenkatalog zum Thema illegale Graffiti beschlossen. Die Maßnahmen für private Gebäude koordiniert dort der Verein Sicheres Freiburg e.V. Privaten Eigentümern, die Graffiti an ihren Gebäuden fachmännisch durch Ansprechpartner der Malerinnung entfernen lassen, erhalten eine sogenannte „Nachstreichgarantie“ zur Absicherung. Das bedeutet, dass innerhalb eines halben Jahres die Kosten zur Beseitigung einer erneuten Sachbeschädigung durch Graffiti bis zu zwei Mal durch die Stadt übernommen werden. Voraussetzung hierbei ist, dass der Eigentümer seine Fassade auf eigene Rechnung von Graffiti entfernt oder seine Fassade auf eigene Rechnung frisch gestrichen hat. Es muss eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung durch Graffiti gestellt werden.

Wir würden uns freuen, wenn sich viele Haus & Grund Mitglieder der Initiative anschließen und wir uns gemeinsam für die Schönheit unserer Städte stark machen. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein gutes und glückliches neues Jahr.

Vor allem: Bleiben Sie gesund! Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen in unseren Geschäftsstellen in Bremen-Nord, Bremerhaven und Bremen.

Ihr Dipl.-Ing. Andreas Schemmel,
Vorsitzender Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.

Ihr Ingmar Vergau,
Geschäftsführer Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.

Weihnachten und der Jahreswechsel

Liebe Mitglieder in Bremen, Bremerhaven und umzu,

Weihnachten und der Jahreswechsel stehen vor der Tür. Mit Blick auf das vergangene Jahr müssen wir feststellen, dass sich die Welt und Deutschland im vergangenen Jahr verändert hat. Wir alle in Bremen und Bremerhaven, in Deutschland und fast auf der ganzen Welt haben seit dem Frühjahr 2020 ein Dauerthema: Corona. Bis Anfang November hatten sich über 36.000 Menschen in Bremen, rund 4,8 Millionen in Deutschland und mehr als 250 Millionen Menschen weltweit mit dem Virus infiziert. Covid-19 belastet alle Lebensbereiche sowohl im öffentlichen Bereich, in den Schulen, im Beruf und im Privaten. Ein leichtes Aufatmen brachte zu Beginn des Jahres die Möglichkeit der Impfung. Besiegt ist Corona damit nicht.

Ein weiteres Ereignis hat uns alle in diesem Jahr geschockt. Die Flutkatastrophe im Juli mit 135 Menschen, die ihr Leben verloren, über 750 Verletzten und einem geschätzten Schadenvolumen in Höhe von 29,2 Milliarden Euro, zerstörten Infrastrukturen und Existenzen. All diese Umstände veranlassen uns, Sie in diesem Jahr zu bitten: Wenn es irgendwie möglich ist, lassen Sie Ihre Lieben, Ihre Freunde, Ihre Nachbarn und Bekannten an den Weihnachtstagen wissen, dass Sie füreinander da sind. Wenn möglich besuchen Sie Ihre Verwandten und geben ihnen Halt und Hoffnung. Denken Sie an die Flutopfer im Ahrtal und helfen Sie so weit wie es für Sie machbar ist.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) hat der Haus & Grund Landesverband Rheinland-Pfalz eine Spendenaktion unter dem Motto „Haus & Grund Fluthilfe“ gestartet. Wir bitten Sie, unterstützen Sie die Haus & Grund Spendenaktion und helfen Sie so den betroffenen Mitbürgern – Jeder Euro hilft!

Wie in diesem Jahr, werden wir uns auch in der Zukunft im politischen Bremen, Bremerhaven und Berlin weiter mit aller Kraft dafür einsetzten, dass Ihnen Ihre Freude an Ihrem Immobilieneigentum erhalten bleibt.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein wunderbares Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in das neue Jahr. Bleiben Sie uns treu und vielleicht ist ja ein Gutschein für ein Jahr kostenlose Mitgliedschaft bei Haus & Grund noch eine gute Geschenkidee.

Ihr Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.
Dipl.-Ing. Andreas Schemmel, Vorsitzender
Dr. Olaf Voßhans, stellv. Vorsitzender
Nils Kobilke, stellv. Vorsitzender

Bremen und Bremerhaven liegen hinten

Hohe Grundsteuer, hohe Müllgebühren, hohe Abwassergebühren!

Bremen und Bremerhaven liegen im Nebenkostenranking weiterhin hinten. Neben den ebenfalls steigenden Gas- und Strompreisen belasten die hohen staatlich beeinflussbaren Nebenkosten die privaten Haushalte.

Eine vergleichende Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft im Auftrag von Haus & Grund Deutschland hat ergeben, dass eine vierköpfige Musterfamilie in Regensburg am wenigsten für die Abwasser- und Müllentsorgung sowie für die Grundsteuer zahlt. Die gleiche Familie muss in Bremen und Bremerhaven deutlich tiefer in die Tasche greifen. Der Unterschied zwischen Bremerhaven und der günstigsten Stadt liegt bei über 700 Euro. Mit diesen 700 Euro könnte eine vierköpfige Familie mindestens die Hälfte ihrer jährlichen Stromkosten bezahlen. Bremen liegt mittlerweile auf Platz 74 und Bremerhaven auf Platz 89 von 100 verglichenen Städten. Während in Regensburg für Abwasser- und Müllgebühren sowie Grundsteuer 915 Euro zu zahlen sind, müssen von einer vierköpfigen Familie in Bremen 1.460 Euro und in Bremerhaven mit 1.624 Euro sogar noch 51 Euro mehr als im Jahr 2019 aufgebracht werden.

Die politisch Verantwortlichen sind gefordert, zu analysieren, warum die Kostenbelastungen in Bremen und Bremerhaven um mehrere Hundert Euro von denen anderer Städte abweichen. Die Kosten des Wohnens steigen in Bremen seit Jahren – und das nicht aufgrund steigender Grundmieten. Die Nebenkosten sind zu einem immer größeren Preistreiber geworden. Die Bürger stehen dem ohnmächtig gegenüber, da die Kostenstrukturen schwer durchschaubar sind und die betroffenen Familien häufig nicht einmal durch eine Änderung ihres persönlichen Verhaltens die Gebührenhöhe reduzieren können. Insbesondere bei der neu festzulegenden Grundsteuerbemessung, die in Kürze ansteht, ist hier mit einer gehörigen Portion Augenmaß heranzugehen.

Ebenfalls in Kürze werden Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer persönlich erfahren, dass mit der Reform der Grundsteuer ein bürokratisches Monstrum erschaffen wurde. Bremen hat sich für das Reformmodell von Bundesfinanzminister Scholz und damit auch für mehr Bürokratie und höhere finanzielle Belastungen für die Bürger entschieden. Die Kommunen hätten es eigentlich in der Hand, dass es bei zusätzlicher Bürokratie bleibt und die Kosten nicht steigen. Es ist an der Zeit, dass Bremen und Bremerhaven seinen Bürgerinnen und Bürgern das Signal geben, die Hebesätze bei der Grundsteuer B so zu senken, dass die Belastungen im Durchschnitt nicht steigen. Die zusätzliche bürokratische Last ergibt sich aus den bekannt gewordenen Steuererklärungsformularen, mit denen die relevanten Daten zum Stichtag 1. Januar 2022 erhoben werden. Da wird sich der eine oder andere Eigentümer die Augen reiben und auf Datenrecherche gehen müssen.

Wir fordern, die schon derzeit hohe Grundsteuerbelastung in Bremen für alle Steuerpflichtigen zu senken. Auch die immer wieder bemühte Ausrede, dass angeblich die Straßenreinigungsgebühr in die Grundsteuer eingepreist sei, ist in diesem Zusammenhang kein plausibler Grund, den wir gelten lassen können. Mit dem Grundsteuerrechner auf unserer Haus & Grund-Website kann jeder Eigentümer seine zukünftige Grundsteuerbelastung ausrechnen. Dort ist auch zu erkennen, dass es für Eigentümer in Bayern, Hamburg, Hessen und Niedersachsen nicht so bürokratisch wird wie in Bremen, da sich diese Länder für das von uns favorisierte einfache Flächenmodelle entschieden haben.

Ihr Dipl.-Ing. Andreas Schemmel,
Vorsitzender Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.

Mietenregulierung stoppen!

Der Mietmarkt in Bremen ist überreguliert.

Der Mietmarkt in Bremen ist vergleichsweise entspannt. Die Durchschnittsmiete der von Haus & Grund vertretenen privaten Eigentümern in Bremen angebotenen Mietwohnungen liegt bei 6,50 Euro und damit weit unter dem Niveau vergleichbarer Städte in Deutschland. Trotzdem ist es Aufgabe der öffentlichen Hand, den Wohnungsbau insbesondere im sozialen Wohnungsbau voranzutreiben, um besondere soziale Härten aufzufangen.

Der Mietmarkt in Bremen ist überreguliert. Mietpreisbremse und Kappungsgrenzenverordnung gehören in Bremen umgehend abgeschafft.

Das Vermieten muss für die privaten Eigentümer rentabel bleiben. Die Handwerksunternehmen klagen darüber, dass die Material- und Materialbeschaffungskosten in den vergangenen Pandemiemonaten explosionsartig, teilweise mit Preissteigerungen um 75 Prozent gestiegen sind. Stetig steigende Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten können durch gleichbleibend niedrige Mieten von privaten Eigentümern nicht mehr aufgebracht werden.

Immer mehr Mietregulierungen wie beispielsweise der von der SPD ins Spiel gebrachte Mietenstopp führt dazu, dass sich das Mietwohnungsangebot reduziert und Wohnungssuchende mit teils waghalsigen Finanzierungsplänen auf Eigentumswohnungen ausweichen müssen. Damit schrumpft der Anteil der Mieterhaushalte. Diese Aussicht wird durch das Ergebnis einer Studie des Consulting- Unternehmens des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, DIW Econ, im Auftrag des Eigentümerverbandes Haus & Grund Deutschland, bestätigt. Die Wissenschaftler des DIW haben den Zusammenhang zwischen Mietregulierung und Mieterquote am Beispiel aktueller wohnungspolitischer Vorschläge untersucht. Alle Regulierungen lassen die Mieterquote in den kommenden Jahren sinken. Je mehr der Wohnungsmarkt und die Mieten in Bremen reguliert werden, umso mehr Eigentümer geben ihre Mietwohnungen auf und verkaufen diese an Selbstnutzer. Dieser Angebotsrückgang wird verstärkt, indem Bestandsmieter länger als eigentlich gewollt in ihren Wohnungen mit stark regulierten Mieten bleiben. Im Ergebnis wird für Wohnungssuchende der Zugang zu Mietwohnungen deutlich erschwert. Dies ist eine fatale Entwicklung. Wir plädieren für einen gesunden Mix aus Selbstnutzung und Wohnen zur Miete, um Stabilität und Flexibilität auf dem Wohnungsmarkt zu verbinden.

In den vergangenen Jahrzehnten sind nicht nur Bremen und Bremerhaven, sondern die ganze Republik mit einem starken Mietwohnungsmarkt sehr gut gefahren. Er war von einem Ausgleich der Interessen zwischen Mietern und Vermietern geprägt. Dieses Gleichgewicht müssen wir jetzt wieder neu herstellen.

Ingmar Vergau, Geschäftsführer
Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.

Spendenaktion „Haus & Grund Fluthilfe“

Liebe Mitglieder,

wir alle haben die Bilder der schrecklichen Flutereignissen in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz vor Augen. In beiden Bundesländern hat die Flutkatastrophe ein geradezu apokalyptisches Ausmaß. Wir alle sind von den Schicksalen vieler Menschen zutriffst betroffen. Unser Mitgefühl gilt vor allem den Angehörigen der Todesopfer, um die wir trauern. Hinzu kommen die hunderten Verletzten. Eine Vielzahl von Immobilieneigentümern, unter ihnen werden auch viele Haus & Grund Mitglieder sein, haben ihre Häuser und ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Die Infrastruktur ist in zahlreichen Kommunen völlig zerstört. Straßen, Brücken und Leitungssysteme wurden von der Flut einfach weggespült. Der Wiederaufbau wird lange dauern und Milliarden kosten.

Hoffnungsvoll stimmt uns, dass es eine unglaubliche Welle der Solidarität und der Hilfsbereitschaft unter den Bürgern in ganz Deutschland und auch in Bremen gibt. Von überall her kamen Helfer herbeigeilt. Landwirte aus den umliegenden Gebieten kamen mit ihren Traktoren und schwerem Gerät und halfen sofort nach der Flut den Feuerwehren, THW und der Bundeswehr, die aus dem ganzen Bundesgebiet angerückt waren.

Zu dieser vorbildlichen und herausragenden Solidarität passt der Leitspruch unserer Organisation: „Eigentum. Schutz. Gemeinschaft.“. Vielen von uns geht es gut und viele von uns stehen auf der Sonnenseite des Lebens. Lassen Sie uns nun denjenigen helfen, die binnen Sekunden alles verloren haben und die nun dringend auf unsere Solidarität und Hilfe angewiesen sind.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) hat der Haus & Grund Landesverband Rheinland-Pfalz eine Spendenaktion unter dem Motto „Haus & Grund Fluthilfe“ gestartet. Wir bitten Sie, unterstützen Sie die Haus & Grund Spendenaktion und helfen Sie so den betroffenen Mitbürgern in den Krisenregionen – Jeder Euro hilft!

Ihr Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.
Dipl. Ing. Andreas Schemmel, Vorsitzender
Dr.-Ing. Olaf Voßhans, stellv. Vorsitzender
Nils Kobilke, stellv. Vorsitzender

Mietspiegel

Reform des Mietspiegels

Die Regierungskoalition im Bund hat sich auf eine Reform des Mietspiegels verständigt. Zukünftig müssen alle Gemeinden mit mehr als 50.000 Einwohnern einen Mietspiegel erstellen. Das betrifft Bremen genauso wie Bremerhaven. Im Gegensatz zu Bremerhaven, wo seit Jahrzehnten zumindest ein einfacher Mietspiegel vorhanden ist, hat Bremen als einzige der dreißig größten Städte Deutschlands keinen Mietspiegel. Im Moment kann man sich in Bremen lediglich mit der Mietenübersicht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte behelfen, die jedoch einer Aussagekraft eines Mietspiegels nicht ansatzweise genügt.

Nachdem sich das grün geführte Bauressort viele Jahre gegen die Einführung eines Mietspiegels gewehrt hatte, kam jetzt eine überraschende Wende: Schon im Spätsommer des vergangenen Jahres hatte die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau dazu im Rahmen eines Workshops intern erste Fragen zum Thema der Notwendigkeit eines Mietspiegels erörtert. Anschließend befassten sich die baupolitischen Sprecher und Sprecherinnen der Fraktionen mit den erzielten Arbeitsergebnissen. Die Zeit bis zum Herbst 2021 will die Senatorin nunmehr dafür nutzen, die begonnene Diskussion in einem erweiterten Kreis mit Akteuren des Wohnungsmarktes fortzuführen. Vor diesem Hintergrund wurde die „AG Mietspiegel“ unter Beteiligung von Haus & Grund Bremen einberufen, um die Diskussion zu intensivieren und damit an einer Entscheidungsgrundlage für die Politik mitzuwirken. Mietspiegel werden genutzt, um die ortsübliche Vergleichsmiete zu ermitteln. Damit werden Mieterhöhungen begründet und in Gebieten wie Bremen, wo die Mietpreisbremse gilt, zulässige Mieten festgestellt. In der Vergangenheit hatte es häufig Kritik an der Aussagekraft von Mietspiegeln gegeben.

Wichtig ist, dass ein etwaiger Mietspiegel für Bremen das tatsächliche Marktgeschehen abbildet. Ein Mietspiegel kann in unserer Stadt helfen, die Mär von den angeblich überzogenen Mieten, explodierenden Mietpreisen und dem fehlenden bezahlbaren Wohnraum in Bremen zu beenden. Der Mietspiegel muss allerdings frei von jeglicher politischen Manipulation sein. Der Mietspiegel darf in Bremen nicht zu einem politischen Steuerungsinstrument verkommen, da er sonst an Akzeptanz und damit die befriedigende Wirkung verliert.

Wir hoffen, dass wir als Vertreter der privaten Haus & Grund- Eigentümer gemeinsam mit den beteiligten Akteuren in den Verhandlungen um den Bremer Mietspiegel eine für alle akzeptable ausgewogene Lösung erarbeiten können.

Ingmar Vergau, Geschäftsführer
Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.

Hohe Baustoffpreise und Lieferengpässe

Hohe Baustoffpreise und Lieferengpässe bremsen Modernisierungsbemühungen

Die Auftragslage in den Bau- und Ausbauhandwerken ist weiterhin stabil. Des einen Freud, des anderen Leid. Viele Haus- und Grundeigentümer haben in den vergangenen Monaten versucht in ihren Bestand zu investieren. Mit mehr oder weniger Erfolg. Es ist aufgrund der hohen Nachfrage schwierig Handwerker zu bekommen. Selbst das Einholen eines oder gar mehrerer Kostenangebote wird zum Hürdenlauf. Auch für die Wohnungseigentumsverwalter und Hausverwalter in Bremen und Bremerhaven ist es teilweise unmöglich die geforderten drei Angebote einzuholen. Folge ist, dass sich notwendige Sanierungen verzögern und zu einem nicht unerheblichen Teil unterbleiben.

Die Aussichten werden nun durch die Nachrichten von explodierenden Baustoffpreisen und Lieferengpässen zusätzlich getrübt. Die Handwerkskammer verkündet, dass die schlechte Versorgungslage mit Baumaterialien mittlerweile zu einem Bremsschuh für die Bau- und Ausbaugewerke geworden sei und häufig zu langen Bauverzögerungen und steigenden Preisen führe. Betroffen seien vor allem Maurer, Zimmerer, Dachdecker, Tischler, Maler und Metallbauer, die unter Lieferengpässen und Preissteigerungen leiden. Tischlereien überlegen beispielsweise ihre Mitarbeiter trotz voller Auftragsbücher in Kurzarbeit zu schicken, da sie die notwendigen Holzlieferungen nicht mehr bekommen. Grund sei die enorme Nachfrage in den USA und China.

Vor diesem Hintergrund wird es für Eigentümer immer schwieriger Sanierungen und Modernisierungen durchzuführen. Insbesondere die klimapolitisch gewünschten energetischen Modernisierungen werden im Hinblick auf die gestiegenen Holz- und Dämmstoffpreise auch finanziell immer schwieriger umzusetzen. Hier muss die öffentliche Hand die privaten Eigentümer mit allen Mitteln unterstützen. Es muss ein breiter Strauß von Fördermitteln und Zuschüssen zur Verfügung gestellt werden.

Mietenregulierungen wie die Mietpreisbremse und die Kappungsgrenzenverordnung, aber auch die Begrenzung der Modernisierungsmieterhöhung müssen kurzfristig ausgesetzt und langfristig abgeschafft werden. Klimaschutz geht uns alle an. Klimaschutz im Immobilienbereich ist Sache sowohl der Eigentümer als auch der Bewohner. Deshalb können die Kosten nicht alleine auf den Schultern der Eigentümer lasten.

Ihr Dr. Olaf Voßhans,
Vorsitzender Haus & Grund Bremerhaven e.V.