Grundsteuerreform

Die Grundsteuerreform kommt auf die Immobilieneigentümer zu!

In Bremen und Bremerhaven gilt, anders als beispielsweise in Niedersachsen, das Bundesmodell. Mit dem komplizierten Modell sollen mit einer Vielzahl an Variablen möglichst genau die Werte der Grundstücke und Gebäude abgebildet werden. Grundstückseigentümer werden ab März 2022 dazu aufgefordert, bis zum 31. Oktober 2022 eine umfangreiche Erklärung zur Feststellung der Grundsteuerwerte abzugeben. Eine Information von der öffentlichen Hand erfolgt voraussichtlich im Juni.

Diese Fristen sind nach unserer Erkenntnis im gesamten Bundesgebiet für alle Modelle vorgesehen. Wenn man bedenkt, dass deutschlandweit rund 36 Millionen Objekte betroffen sind, ist der Zeitplan sehr sportlich. Alleine in Bremen und Bremerhaven sind rund 365.000 Wohnungen von den anstehenden Erhebungen betroffen. In Einzelfällen wird sich die Höhe der zu zahlenden Grundsteuer ändern. Es bleibt abzuwarten, ob die Hebesätze in Bremen und Bremerhaven entsprechend so sensibel angepasst werden, dass insgesamt keine Mehrbelastung der Bürger entsteht. So war es von dem ehemaligen Bundesfinanzminister und heutigen Bundeskanzler Olaf Scholz angekündigt worden. Die neue Grundsteuer wird zum 1. Januar 2025 in Kraft treten.

Für eine fristgerechte Einreichung der für die neue Grundsteuer erforderlichen Daten ist es für die Eigentümer wichtig, frühzeitig mit dem Sammeln der Daten zu beginnen. Am besten noch heute! Viele Eigentümerinnen und Eigentümer werden um die Einschaltung eines Steuerberaters nicht herumkommen. Wichtig ist die Erkenntnis, dass es sich bei der Abgabe der Erklärung um eine klassische Steuererklärung handelt. Falsche Angaben könnten Konsequenzen haben. Wenn man zum Beispiel bei der Wohnfläche eine geringere als die tatsächliche Fläche angibt, kann es sich um eine Steuerhinterziehung oder Steuerkürzung handeln.

Die Haus & Grund Teams in unseren Geschäftsstellen arbeiten derzeit intensiv daran Hilfestellungen für alle Mitglieder zu entwickeln, um Ihnen den Zugang zu dieser komplizierten Thematik zu erleichtern. Die Anforderungen, die an die Grundsteuerpflichtigen gestellt werden, sind für uns alle eine Herausforderung. Die Erklärungen können voraussichtlich nur online abgegeben werden. Nicht jeder oder jede von uns ist internetaffin, nicht jede oder jeder von uns hat sich schon einmal mit dem „Elster“-Portal auseinandergesetzt. Da auch die Steuerberater voraussichtlich mit der Flut der Aufträge überfordert sein werden, können sich die Finanzämter schon heute auf eine Vielzahl von Fristverlängerungsanträgen einstellen.

Ihr Ingmar Vergau,
Geschäftsführer Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.