Bremen und Bremerhaven liegen hinten

Hohe Grundsteuer, hohe Müllgebühren, hohe Abwassergebühren!

Bremen und Bremerhaven liegen im Nebenkostenranking weiterhin hinten. Neben den ebenfalls steigenden Gas- und Strompreisen belasten die hohen staatlich beeinflussbaren Nebenkosten die privaten Haushalte.

Eine vergleichende Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft im Auftrag von Haus & Grund Deutschland hat ergeben, dass eine vierköpfige Musterfamilie in Regensburg am wenigsten für die Abwasser- und Müllentsorgung sowie für die Grundsteuer zahlt. Die gleiche Familie muss in Bremen und Bremerhaven deutlich tiefer in die Tasche greifen. Der Unterschied zwischen Bremerhaven und der günstigsten Stadt liegt bei über 700 Euro. Mit diesen 700 Euro könnte eine vierköpfige Familie mindestens die Hälfte ihrer jährlichen Stromkosten bezahlen. Bremen liegt mittlerweile auf Platz 74 und Bremerhaven auf Platz 89 von 100 verglichenen Städten. Während in Regensburg für Abwasser- und Müllgebühren sowie Grundsteuer 915 Euro zu zahlen sind, müssen von einer vierköpfigen Familie in Bremen 1.460 Euro und in Bremerhaven mit 1.624 Euro sogar noch 51 Euro mehr als im Jahr 2019 aufgebracht werden.

Die politisch Verantwortlichen sind gefordert, zu analysieren, warum die Kostenbelastungen in Bremen und Bremerhaven um mehrere Hundert Euro von denen anderer Städte abweichen. Die Kosten des Wohnens steigen in Bremen seit Jahren – und das nicht aufgrund steigender Grundmieten. Die Nebenkosten sind zu einem immer größeren Preistreiber geworden. Die Bürger stehen dem ohnmächtig gegenüber, da die Kostenstrukturen schwer durchschaubar sind und die betroffenen Familien häufig nicht einmal durch eine Änderung ihres persönlichen Verhaltens die Gebührenhöhe reduzieren können. Insbesondere bei der neu festzulegenden Grundsteuerbemessung, die in Kürze ansteht, ist hier mit einer gehörigen Portion Augenmaß heranzugehen.

Ebenfalls in Kürze werden Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer persönlich erfahren, dass mit der Reform der Grundsteuer ein bürokratisches Monstrum erschaffen wurde. Bremen hat sich für das Reformmodell von Bundesfinanzminister Scholz und damit auch für mehr Bürokratie und höhere finanzielle Belastungen für die Bürger entschieden. Die Kommunen hätten es eigentlich in der Hand, dass es bei zusätzlicher Bürokratie bleibt und die Kosten nicht steigen. Es ist an der Zeit, dass Bremen und Bremerhaven seinen Bürgerinnen und Bürgern das Signal geben, die Hebesätze bei der Grundsteuer B so zu senken, dass die Belastungen im Durchschnitt nicht steigen. Die zusätzliche bürokratische Last ergibt sich aus den bekannt gewordenen Steuererklärungsformularen, mit denen die relevanten Daten zum Stichtag 1. Januar 2022 erhoben werden. Da wird sich der eine oder andere Eigentümer die Augen reiben und auf Datenrecherche gehen müssen.

Wir fordern, die schon derzeit hohe Grundsteuerbelastung in Bremen für alle Steuerpflichtigen zu senken. Auch die immer wieder bemühte Ausrede, dass angeblich die Straßenreinigungsgebühr in die Grundsteuer eingepreist sei, ist in diesem Zusammenhang kein plausibler Grund, den wir gelten lassen können. Mit dem Grundsteuerrechner auf unserer Haus & Grund-Website kann jeder Eigentümer seine zukünftige Grundsteuerbelastung ausrechnen. Dort ist auch zu erkennen, dass es für Eigentümer in Bayern, Hamburg, Hessen und Niedersachsen nicht so bürokratisch wird wie in Bremen, da sich diese Länder für das von uns favorisierte einfache Flächenmodelle entschieden haben.

Ihr Dipl.-Ing. Andreas Schemmel,
Vorsitzender Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.

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