Mietenregulierung stoppen!

Der Mietmarkt in Bremen ist überreguliert.

Der Mietmarkt in Bremen ist vergleichsweise entspannt. Die Durchschnittsmiete der von Haus & Grund vertretenen privaten Eigentümern in Bremen angebotenen Mietwohnungen liegt bei 6,50 Euro und damit weit unter dem Niveau vergleichbarer Städte in Deutschland. Trotzdem ist es Aufgabe der öffentlichen Hand, den Wohnungsbau insbesondere im sozialen Wohnungsbau voranzutreiben, um besondere soziale Härten aufzufangen.

Der Mietmarkt in Bremen ist überreguliert. Mietpreisbremse und Kappungsgrenzenverordnung gehören in Bremen umgehend abgeschafft.

Das Vermieten muss für die privaten Eigentümer rentabel bleiben. Die Handwerksunternehmen klagen darüber, dass die Material- und Materialbeschaffungskosten in den vergangenen Pandemiemonaten explosionsartig, teilweise mit Preissteigerungen um 75 Prozent gestiegen sind. Stetig steigende Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten können durch gleichbleibend niedrige Mieten von privaten Eigentümern nicht mehr aufgebracht werden.

Immer mehr Mietregulierungen wie beispielsweise der von der SPD ins Spiel gebrachte Mietenstopp führt dazu, dass sich das Mietwohnungsangebot reduziert und Wohnungssuchende mit teils waghalsigen Finanzierungsplänen auf Eigentumswohnungen ausweichen müssen. Damit schrumpft der Anteil der Mieterhaushalte. Diese Aussicht wird durch das Ergebnis einer Studie des Consulting- Unternehmens des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, DIW Econ, im Auftrag des Eigentümerverbandes Haus & Grund Deutschland, bestätigt. Die Wissenschaftler des DIW haben den Zusammenhang zwischen Mietregulierung und Mieterquote am Beispiel aktueller wohnungspolitischer Vorschläge untersucht. Alle Regulierungen lassen die Mieterquote in den kommenden Jahren sinken. Je mehr der Wohnungsmarkt und die Mieten in Bremen reguliert werden, umso mehr Eigentümer geben ihre Mietwohnungen auf und verkaufen diese an Selbstnutzer. Dieser Angebotsrückgang wird verstärkt, indem Bestandsmieter länger als eigentlich gewollt in ihren Wohnungen mit stark regulierten Mieten bleiben. Im Ergebnis wird für Wohnungssuchende der Zugang zu Mietwohnungen deutlich erschwert. Dies ist eine fatale Entwicklung. Wir plädieren für einen gesunden Mix aus Selbstnutzung und Wohnen zur Miete, um Stabilität und Flexibilität auf dem Wohnungsmarkt zu verbinden.

In den vergangenen Jahrzehnten sind nicht nur Bremen und Bremerhaven, sondern die ganze Republik mit einem starken Mietwohnungsmarkt sehr gut gefahren. Er war von einem Ausgleich der Interessen zwischen Mietern und Vermietern geprägt. Dieses Gleichgewicht müssen wir jetzt wieder neu herstellen.

Ingmar Vergau, Geschäftsführer
Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.