Fotovoltaik soll Pflicht bei Neubauten und auch Bestandsimmobilien werden

Die Bremische Bürgerschaft hat im Juni einen Antrag zur Solardachpflicht beschlossen

Grundsätzlich sind Solardächer wünschenswert. Fotovoltaik in einem Bremer Sonderweg bei Neubauten generell und zum Teil auch bei Bestandsimmobilien zur Pflicht zu machen, ist jedoch nicht der richtige Weg. So erstrebenswert es für die Umwelt und die Energiewende ist, wir hätten uns gewünscht, dass die Installation von Solardächern durch Subventionen und Zuschüsse für die Errichter attraktiver gemacht werden. Es besteht die Gefahr, dass der Bau dringend erforderlicher Neubauwohnungen ausgebremst wird. Das Bauen in Bremen ist schon jetzt durch die vielen bereits bestehenden Regulierungen kompliziert und teuer. Hier besteht erneut die Gefahr, dass der Abwanderung der Bauwilligen ins niedersächsische Umland Vorschub geleistet wird. Kostentreibende Regeln wie die kürzlich eingeführte Dachbegrünungspflicht, die bestehenden Schallschutznormen, die Dämmpflichten, die Verpflichtung Stellplätze oder Spielflächen zu errichten sorgen im Vergleich zum niedersächsischen Umland für 10 bis teilweise sogar 25 Prozent höhere Preise vergleichbarer Wohnungen.

Der Beschluss der Bürgerschaft sieht vor, dass bei Bestandsimmobilien in jedem Einzelfall geprüft werden kann, ob ein Solardach für den Eigentümer wirtschaftlich zumutbar ist. Hier stellt sich die Frage wo die Zumutbarkeitsgrenze liegen soll. Solaranlagen können je nach Ausstattung schnell 10.000 Euro bis 15.000 Euro kosten und die Dachsanierungskosten somit deutlich erhöhen. Mit saftigen Sub-ventionen und kräftiger Unterstützung bei der Finanzierung der Anlagen würde die Bereitschaft zur Modernisierung sicherlich steigen. Zwang führt im Zweifel zu Unmut und Widerstand.

Dipl.-Ing. Andreas Schemmel,
1. Vorsitzender Haus & Grund Bremen e.V.

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