Ergebnis der Studie über die Kosten für die Müllabfuhr

Teure Müllentsorgung in Bremen und Bremerhaven

Die Kosten für die Müllabfuhr müssen nicht hoch sein, sind es aber in Bremen und Bremerhaven. Dieses Ergebnis wird durch eine Studie, die der Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland im Juni vorgestellt hat, unterstrichen.

In der Studie, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag von Haus & Grund Deutschland erstellt hat, werden die Kosten der Müllabfuhr für eine vierköpfige Familie, unter Berücksichtigung des Abholrhythmus und des Serviceumfangs, miteinander verglichen.

In Flensburg zahlt eine Familie für einen 14-tägigen Vollservice Euro 130,20. Die gleiche Familie muss in Bremen und Bremerhaven deutlich tiefer in die Tasche greifen. In Bremerhaven fallen für den vergleichbaren Service Euro 475,05, in Bremen Euro 345,36 an. Die Gründe für diese Differenzen zwischen den einzelnen Kommunen müssen offengelegt werden. Haus & Grund fordert alle politisch Verantwortlichen auf zu analysieren, warum die Kostenbelastungen in Bremen und Bremerhaven weiterhin um mehrere Hundert Euro von denen anderer Städte abweichen.

Die Kosten des Wohnens steigen in Bremen seit Jahren. Die Nebenkosten sind dabei zu einem immer größeren Preistreiber geworden. Die Bürger stehen dem ohnmächtig gegenüber, da die Kostenstrukturen schwer durchschaubar sind und die betroffenen Familien häufig nicht einmal durch eine Änderung ihres persönlichen Verhaltens die Gebührenhöhe reduzieren können. Die Bürger unseres Bundeslandes brauchen Transparenz. Wir wollen, dass die Städte Bremen und Bremerhaven ihre Dienstleistungen günstiger, flexibler und transparenter anbieten. Damit könnten sie einen erheblichen Beitrag zur Verringerung der Wohnkosten leisten.

Bremen mit Platz 73 und Bremerhaven mit Platz 83 von 100 verglichenen Städten liegen in dem Müllgebührenranking weiterhin ganz hinten. Im Vergleich zum letztmaligen Ranking aus 2016 sind beide Städte noch weiter zurückgefallen. Damals stand Bremen noch auf Platz 72 und Bremerhaven auf Patz 77.

Beachten Sie auch unseren Artikel zu diesem Thema auf Seite 18 dieser Ausgabe.

Dr.-Ing. Olaf Voßhans,
Vorsitzender Haus & Grund Bremerhaven e.V.

Stellungnahme gegen die Verlängerung der Kappungsgrenzenverordnung

Kappungsgrenzenverordnung die Zweite

Die von Haus & Grund bei der senatorischen Behörde abgegebene Stellungnahme gegen die Verlängerung der Kappungsgrenzenverordnung ist inhaltlich nicht berücksichtigt worden. Die Kappungsgrenzenverordnung wurde 2014 für einen Zeitraum von fünf Jahren eingeführt, um die gesetzlich zulässige Erhöhung der Miete innerhalb von drei Jahren von 20 Prozent auf 15 Prozent abzusenken. Voraussetzung war schon damals, dass ein angespannter Wohnungsmarkt vorgelegen haben soll.

Grundlage der jetzigen Verlängerung der Verordnung ist die Behauptung der zuständigen senatorischen Behörde, es gäbe weiterhin nicht ausreichend bezahlbaren Wohnraum in Bremen. Ernstzunehmende statistische Belege für diese Behauptung konnten seitens des rot-grünen Senats nicht erbracht werden. Ist das Wohnen in Bremen tatsächlich unbezahlbar? Im Gegenteil!

Laut des Quartalsberichtes des Institutes Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH sind in der Stadt Bremen die durchschnittlichen Neuvertragsmieten im Zeitraum zwischen 2014 und 2019 nicht einmal um 10 Prozent von 6,83 Euro auf moderate 7,50 Euro angestiegen. Eine 50 Quadratmeter große Wohnung ist für 375 Euro anzumieten und somit selbst für Wohngeldempfänger erschwinglich. Alleinstehenden Wohngeldempfängern stehen in Bremen zurzeit noch 434 Euro als Wohngeld zur Verfügung.

Die Spanne der Quadratmetermietpreise für Bestandsimmobilien liegt laut Mietübersicht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte von 2018 zwischen 4,60 Euro für ältere Wohnungen im Bremer Norden und 13,10 Euro für neuere Wohnungen in Spitzenlagen in der Stadtmitte. Das bedeutet, dass es in Bremen durchaus preisgünstigen Wohnraum gibt – vielleicht nicht mit Blick auf den Roland oder das Rathaus aber es gibt ihn.

Um die Mieten bezahlbar zu halten, sollten die politisch Verantwortlichen erst einmal vor der eigenen Türe kehren. Eine aktuelle Studie des Bundes der Steuerzahler bestätigt mit seinen Zahlen die Ergebnisse des Haus & Grund Nebenkostenrankings aus 2018. Auch hier schneidet Bremen bei den durch die öffentliche Hand beeinflussbaren Wohnnebenkosten äußerst schlecht ab. Bei Betriebskosten wie Müllentsorgung, Grundsteuer und Wasser-/ Abwassergebühren zahlen Bremer deutlich mehr als die Bewohner von Städten vergleichbarer Größe.

Dipl.-Ing. Andreas Schemmel,
1. Vorsitzender Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.