Altersarmut

Auch wer als Durchschnittsverdiener 30 Jahre in die Rentenkassen eingezahlt hat, muss als Rentner/Rentnerin sparsam wirtschaften. Die Rente wird nicht wesentlich höher ausfallen als die derzeitige Durchschnittsrente in unserem Land. Diese liegt etwa bei Euro 1.000. Männer liegen etwas über diesen Satz, Frauen darunter.

Gut, wer während seiner „aktiven“ Phase Vorsorge getroffen hat und bis zum Eintritt in die Rente seine „eigenen vier Wände“ schuldenfrei hat. Doch auch diese müssen gepflegt und instandgehalten werden. Da kann schon eine neue Heizungsanlage, die mit Euro 7.000 – 9.000 zu Buche schlägt, zu einem Problem werden, wenn nicht zusätzlich noch ein Sparstrumpf gefüllt werden konnte.

Doch auch diejenigen, die auf ein oder zwei Mietwohnungen als private Altersversorgung gesetzt haben, sind vom Thema Altersarmut betroffen und können vielleicht nicht sorgenfrei in die Zukunft schauen. Bei weiter sinkendem Rentenniveau wird es auch für Mieter mit einer Durchschnittsrente zunehmend schwieriger, sich eine bescheidene Wohnung in vernünftiger Lage leisten zu können.

Für eine zeitgemäß ausgestattete 60 m² Wohnung muss heute in Bremen und Bremerhaven eine Bruttomiete – inkl. Betriebskosten – von Euro 550 bis 600 erzielt werden. Sonst können Sie als private Vermieter aus den Nettomieten gerade mal die immer teurer werdenden Instandhaltungskosten finanzieren. Tun Sie das nicht, dann sind Ihre Wohnungen sehr schnell nicht mehr marktfähig und verlieren an Wert. Der Ruf nach dem Staat, die Wohnkostenzuschüsse doch zu erhöhen, dürfte ohne Resonanz verhallen. Die chronisch leeren öffentlichen Kassen lassen das einfach nicht zu. Haus & Grund hat sich das Thema Altersarmut auf die Fahnen geschrieben. Wir gehen davon aus, noch rechtzeitig vor der Bundestagswahl im nächsten Jahr einen Forderungskatalog zu erarbeiten. Wir dürfen gespannt sein, welche Lösungsansätze den Weg in die Wahlprogramme der Parteien finden werden.

Ihr Dr. Olaf Vosshans
Vorsitzender Haus & Grund Bremerhaven e.V.