Für einen Bremer Mietspiegel ist weiterhin kein Geld vorhanden

Vor wenigen Wochen überraschte eine Aussage des SPD Sozialexperten Klaus Möhle. Er stellte richtigerweise fest, dass es für Bremen keinen Mietspiegel gibt und demzufolge zuverlässige Aussagen über die Entwicklung der sogenannten ortsüblichen Vergleichsmiete ohne teure Mietwertgutachten nicht möglich sind.

Erinnert sei daran, dass Bremen bereits zum 1. Dezember 2015 eine Mietpreisbremse eingeführt hat. Begründung: Es herrscht im gesamten Stadtgebiet Wohnraumknappheit und insbesondere die Mieten im Niedrigpreissegment – was immer damit gemeint ist – seien sehr stark angezogen. Ohne konkret erhobene Daten eine sehr interessante Begründung, meine ich.

Je nach politischer Couleur wird die Mietpreisbremse in den Städten, die diese beschlossen haben, als erfolgreiches Instrument gegen einen ungebremsten Mietanstieg gefeiert oder aber als „Rohrkrepierer“ eingeschätzt.

Eine Versachlichung würde uns allen guttun. Voraussetzung dafür wäre in der Tat, endlich einen qualifizierten Mietspiegel für Bremen auf den Weg zu bringen. Doch vor den Ergebnissen scheinen sich die in unsere Stadt politisch Verantwortlichen zurückzuscheuen wie der Teufel vor dem Weihwasser.

Kein Geld für einen Mietspeigel, aber Geld für eine Mietwerterhebung. Beauftragt wurde das Forschungsinstitut F+B aus Hamburg. Entsprechende Fragebögen – die übrigens viele Vermieter verunsichern – wurden zwischenzeitlich über das Statistische Landesamt Bremen verschickt. Leider werden die Ergebnisse nicht herangezogen werden können, um im Rahmen von Auseinandersetzungen über die zulässige Miethöhe hierüber die ortsübliche Vergleichsmiete ableiten zu können.

Fazit für uns als private Haus & Grundeigentümer: Außer – steuerfinanzierten – Spesen nichts gewesen.

Ihre Kira Janssen-Weets
Haus & Grund Bremen-Nord e.V.