Der Bremer Immobilienmarkt: Knappes Angebot und hohe Preise

Bremen möchte eine wachsende Stadt sein und braucht, um dieses Ziel zu erreichen, attraktive Arbeitsplätze und Wohnraum. Durch eine verfehlte Wohnungsbaupolitik ist es nach Feststellungen des Eigentümerverbandes Haus & Grund Bremen in den letzten Jahren auf dem Bremer Immobilienmarkt eng geworden. In den gefragten Lagen mit guter Infrastruktur sind im mittleren Marktsegment kaum noch Wohnungen und Häuser im Angebot. Auch die Wohnungsmieten sind nicht zuletzt aufgrund steigender Kaufpreise angezogen.

Allerdings wird bei der derzeitigen Preisentwicklung schnell ausgeblendet, dass die Preise über viele Jahre kräftig in den Keller gegangen sind. So ist der Preisindex von Eigentumswohnungen (Bestand) nach Aussagen des Gutachterausschusses im Grundstücksmarktbericht 2015 von 1994 bis 2009 von 100 auf 83,9 zurückgegangen. Erst in den Jahren 2012/2013 wurde wieder das Preisniveau von 1994 erreicht. Seitdem steigen allerdings die Preise in guten Lagen kräftig.

Berücksichtigt man die Kaufnebenkosten, wie Notar- und Gerichtskosten, Grunderwerbsteuer und Maklerkosten, die nicht selten noch mit 12 – 14 % zu Buche schlagen und rechnet man die Inflationsrate dazu, dann war die Entscheidung für eine Immobilie zumindest in Bremen über viele Jahre nicht unbedingt eine gute Kapitalanlage.

Haus & Grund warnt schon seit langem vor weiteren Steuererhöhungen und Anforderungen an das Bauen und an Bestandsimmobilien. Gerade für Menschen mit knappen Budgets, wie etwa junge Familien, rückt der Traum vom eigenen Heim ansonsten trotz extrem niedriger Zinsen in unerreichbare Ferne. Jede Verteuerung des Kaufs oder des Baus von Immobilien widerspricht dem Ziel, die Bildung von Wohneigentum zu fördern.

Über Jahre wurden auch Schlichtwohnungen für Menschen mit geringem Einkommen verteufelt. Was ist so schlimm daran, wenn die Heizung funktioniert, die Fenster schließen und das Dach dicht ist. Dafür aber ein Balkon fehlt, das Bad nicht gefliest ist und die Heiz- und Elektroleitungen zum Teil auf dem Putz verlegt sind? All dies ist nicht menschenunwürdig sondern dann auch bezahlbar. Um- und Nachdenken hilft manchmal weiter, um vernünftige Lösungen für eine ausreichende Wohnraumversorgung aller Bevölkerungsschichten zu finden.

Ihr Bernd Richter
Geschäftsführer Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.