Bremen die „Pfahlstadt“

Pfahlgründungen sind bei schlechten Untergrundverhältnissen notwendig und auch in Bremen keine Seltenheit. Doch diese Art von Pfählen ist im Straßenbild nicht sichtbar. Wenn man einmal mit offenen Augen durch unsere Straßen geht, stellt man aber fest, in vielen Stadtteilen sind Haupt- und Nebenstraßen geradezu „verpfahlt“.

Über Sinn und Unsinn von Pfählen am Straßenrand lässt sich sicherlich im Einzelfall trefflich streiten. An manchen Stellen machen sie durchaus Sinn, wenn es z. B. darum geht, dass Bäume vor parkenden Autos geschützt werden sollen. Auch als Begrenzung von Grundstückseinfahrten verhindern Pfähle oft das Zuparken.

Dem Materialwahl sind keine Grenzen gesetzt. Man findet Holz- neben Metallpfählen. Oft wird öffentlicher Grund auch mit „Privatpfählen“, Blumenkübeln oder sonstigen Barrieren eingeengt. In Nebenstraßen ohne getrennte Gehwege kommt es dann häufig zu spannenden Kämpfen zwischen Fußgängern, Radfahrern, PKW s sowie Müll- und Baufahrzeugen. Das alles muss nicht sein, wenn man die „Verpfahlungswut“ eindämmt und mit Augenmaß entscheidet.

Erst denken, dann handeln.

Übrigens haben die Standardholzpfähle nur eine sehr begrenzte Nutzungsdauer. Sie verrotten sehr schnell und werden dann auch leicht umgefahren. Erstaunlich ist dann nur, in welcher Geschwindigkeit die von der Stadt beauftragten Unternehmen einen Austausch vornehmen. Der Materialpreis ist sicher überschaubar. An- und Abfuhr und das Einsetzen machen die Sache aber dann doch schon recht teuer. Das Überprüfungssystem funktioniert in diesem Fall jedenfalls wunderbar. Anders als bei gefährlichen Schlaglöchern, die die Verkehrssicherheit in der Tat gefährden. Hier passiert in der Regel nichts.

Mein Wunsch: Erst denken, dann handeln. Durch weniger Pfähle leidet die Verkehrssicherheit nicht. Vor allem kann das durch Reduzierung einzusparende Geld in Bremen für dringendere Maßnahmen eingesetzt werden. Ich denke da neben dem Unterhaltungszustand von Straßen, Fahrradwegen und öffentlichen Grünanlagen auch an den schlechten baulichen Zustand vieler Schulgebäude in unserem eigentlich doch schönen Bremen.

Ihr Bernd Richter
Geschäftsführer Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.