Aussichten 2015

Immobilienpolitische Themen sind spätestens seit der Koalitionsvereinbarung der „GroKo“ in Berlin wieder verstärkt auf der Tagesordnung. In diesem Jahr wird nach langen kontroversen Diskussionen eine Verschärfung des Mietrechts im Fokus stehen. Leider nicht zur Freude des privaten Haus & Grund-Eigentums. Man darf gespannt sein, wann das Mietrechtsnovellierungsgesetz aus dem Hause unseres Bundesjustizministers Heiko Maas in Kraft treten wird. Denn, dass es kommt ist beschlossenen Sache. Nur der Zeitpunkt steht noch nicht fest. Die Entscheidung fällt voraussichtlich im 2. Quartal dieses Jahres.

Unsere rot-grüne Koalition ist jedenfalls wild entschlossen, dann für die Stadtgemeinde Bremen den Wohnungsnotstand auszurufen, um so eine Begründung für die Einführung der dann möglichen Mietpreisbremse bei Neuvermietungen zu haben. Das, obwohl selbst unser auch für den Bau zuständige Senator Dr. Joachim Lohse öffentlich verkündet hat, dass es in unserer schönen Stadt eigentlich keine Wohnungsengpässe gibt.

Nach einer im September 2014 veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung ist die private Vermietung schon heute häufig ein Nullsummenspiel. Mietpreisbremse, Kappungsgrenzen-Verordnung, immer höhere Baustandards und kräftig steigende Instandhaltungskosten dürften nicht dazu führen, die dringend notwendige Investitionsbereitschaft in Neubau und Bestand zu steigern, wenn die Renditeerwartungen immer mehr sinken. Die Gewinner sind die gut situierten Mietinteressenten, die sich zukünftig noch größere und besser ausgestattete Wohnungen leisten können. Die finanziell schlechter gestellten bleiben auf der Strecke.

Am 10. Mai wird in Bremen gewählt. Alle Parteien arbeiten derzeit am Feinschliff ihrer Wahlprogramme. Haus & Grund wird die Entwürfe in den nächsten Wochen kritisch durchleuchten und hier und da noch versuchen, den Fachpolitikern „Nachhilfeunterricht“ zu geben. Die Aussagen zu den wohnungspolitischen Zielsetzungen werden wir Ihnen in gewohnter Weise rechtzeitig vor der Wahl in unserem Mitgliedermagazin vorstellen.

Und noch eine Klarstellung zum ebenfalls vorgesehenen sogenannten Bestellerprinzip. Wir werden immer wieder darauf angesprochen, ob dieses generell für alle Maklerleistungen eingeführt werden soll. Das ist nicht der Fall. Es soll nur für die Wohnungsvermietung gelten. Da in der Regel die Vermieter den Auftrag zur Vermietung ihrer Immobilien erteilen, müssen diese voraussichtlich ab 2. oder 3. Quartal dieses Jahres auch die Maklercourtage in voller Höhe tragen. Vergessen Sie also nicht, diese zusätzlichen Vermietungskosten in Ihrer Mietenkalkulation zu berücksichtigen!

Ihr
Heinrich Schnaue,
Vorsitzender Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.