Bund und Länder sind gefordert! Wie sicher lebt es sich in Bremen?

Während die Kriminalität im Jahr 2013 insgesamt sank, nahm die Zahl der Wohnungseinbrüche bundesweit weiter deutlich zu: Im vergangenen Jahr wurden 149.000 Einbrüche registriert, ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um knapp 4 Prozent. Damit wurde 2013 jede 230. Wohnung in Deutschland von Kriminellen ausgeräumt.
Das Bundesinnenministerium nannte die Zunahme der Einbrüche jetzt besorgniserregend. Das ist richtig, vor allem wegen der psychologischen Folgen eines Einbruchs. Wer von Einbrechern – vielleicht sogar während der eigenen Anwesenheit – heimgesucht wurde, der verliert das Gefühl der Sicherheit und Vertrautheit in den eigenen vier Wänden. Dies kann über Jahre das Wohlbefinden beeinträchtigen, bei einigen Menschen geht es gar so weit, dass sie umziehen, weil sie sich in ihrem Zuhause nicht mehr aufhalten können.

Wie sieht es nun in Bremen aus? Bei uns ging die Zahl der Einbrüche gegenüber 2012 um rd. 12 % zurück. Allerdings gibt es einen neuen Brennpunkt im Bremer Osten, mit Hemelingen und Osterholz. Ein Erfolg aufgrund guter Arbeit unserer Polizei oder nur ein „Glücksfall“? In jedem Fall lohnt sich bei solchen Erfolgsmeldungen ein Blick zurück auf die Vorjahre. Im Januar 2011 titelte die Welt nach einem kräftigen Anstieg der Einbruchzahlen noch mit der Überschrift: „Bremen ist die Hauptstadt der Einbrecher“. Im Jahre 2012 ging es dann noch einmal um weit mehr als 10 % nach oben. Das relativiert dann schon die Erfolgsmeldung, dass die Zahl der Einbrüche 2013 gegenüber dem Vorjahr um rd. 12 % gesunken sei.

Besorgniserregend ist darüber hinaus die geringe Aufklärungsquote. Die lag 2013 nur bei gerade 6,8 %. Unsere niedersächsischen Nachbarn können dagegen auf eine Aufklärungsquote von 26,4 % verweisen.

Es ist sicherlich richtig, wenn auch unser Innensenator Ulrich Mäurer dazu aufruft, dass Eigentümer mehr in die Sicherheit investieren sollen. Aber dies kann nicht alles sein. Vorbeugung darf nicht dazu führen, dass sich die Bürger in ihren Wohnungen verbarrikadieren müssen.

Für die Sicherheit der Bürger ist der Staat verantwortlich. Er hat das Gewaltmonopol und reklamiert für sich das Recht, Sicherheit und Ordnung durchzusetzen, Kriminelle zu verfolgen und zu bestrafen. Dieses Recht ist wie eine Eigentumsposition des Staates. Und was für Immobilieneigentümer gilt, muss auch für den Staat gelten: Eigentum verpflichtet! Der Bund und die Länder müssen mehr unternehmen, um ihre Bürger zu schützen. Dazu gehört vor allem auch ein mehr an Unterstützung für die Arbeit der Polizei. Es ist schon sehr frustrierend für die Beamten,wenn diese selbst bei einem nachgewiesen „Griff in die Schmuckschatulle“ die Täter kurz nach der Verhaftung wieder auf freien Fuß setzen müssen. Es sei denn, es besteht Fluchtgefahr oder es handelt sich um einen Serientäter. Das letzte Wort hat in jedem Fall nicht die Polizei, sondern die Staatanwaltschaft oder die Richter.

Wer tadelt soll auch loben: Auf dem Gebiet der Prävention leisten die Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen in Bremen und Bremerhaven jedenfalls schon seit Jahren hervorragende Arbeit.

Ihr Dipl. Ing. Andreas SchemmelVorsitzender Haus & Grund Bremen e.V.