Energiewende ja, aber ohne Zwang für private Immobilieneigentümer

Private Immobilieneigentümer bewirtschaften in Bremen rd. 233.000 der rd. 310.000 Wohnungen. In Bremerhaven sind es rd. 48.000 der rd. 63.000 Wohnungen. Die von ihnen in ihren Wohnungsbestand getätigten Investitionen belaufen sich auf rd. Euro 350 Mio. jährlich. Diese Investitionen sichern und schaffen rd. 8.800 Arbeitsplätze in der regionalen Wirtschaft.

Private Haushalte nutzen immer mehr erneuerbare Energien, wie aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen. Allein von 2005 – 2012 stieg in den Privathaushalten der Verbrauch an erneuerbaren Energien um 56,7 %. Insgesamt sank der Haushaltsenergieverbrauch um 4,8 %. Der Heizenergieverbrauch sank um 8,4 %. Trotzdem stiegen die Heizkosten im gleichen Zeitraum durch eine verfehlte Politik unter dem Deckmantel Klimaschutz um 44,7 %.

In den angelaufenen Koalitionsverhandlungen sollten diese Zahlen auf dem Tisch liegen, denn Investitionen müssen aus den Mieteinnahmen und dem eigenen Sparstrumpf finanziert werden können. Wir brauchen keine strengeren Vorgaben. Die Energiewende funktioniert auch ohne Zwang. Mit immer neuen Anforderungen an die Bausubstanz, mit immer neuen Nachrüst- und Überprüfungspflichten ist eine Wirtschaftlichkeit bei der Vermietung nur selten gegeben.

Die nun auch von der Bundesregierung beschlossenen neuen Energiesparvorgaben für Wohngebäude sind kontraproduktiv und führen unweigerlich zu einer geringeren Investitionsbereitschaft unserer Mitglieder. Nicht die Immobilieneigentümer treiben die Wohnkosten nach oben. Preistreiber Nummer 1 ist die Politik. Wann wacht diese endlich auf und arbeitet an Lösungen, die sicherstellen, dass das Wohnen für Mieter und für selbstnutzende Eigentümer auch in 20 Jahren noch bezahlbar ist?

Ihr Heinrich Schnaue
Vorsitzender Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.