Fundierte, verlässliche Mietübersicht für Bremen dringend erforderlich!

Panikmache ist nach Ansicht des Haus & Grund Bremen e.V. die Tatsache, dass die politisch Verantwortlichen in Bremen eine Mietpreisbremse aufgrund einer nicht gerade überzeugenden Studie der HSH-Nordbank fordern. Die empirisch durchaus anzuzweifelnde Studie kommt zu dem Schluss, dass die Mietpreissteigerungen in Bremen über dem Bundesdurchschnitt liegen, die Mieten aber dennoch moderat sind. Der statistische Hintergrund der Studie ist nicht erkennbar.

Grundsätzlich wird nach meiner Überzeugung eine flächendeckende Mietpreisbremse den Unterschieden in den Stadtvierteln nicht gerecht. Einerseits gibt es bei Neubauten, die derzeit überwiegend in nachgefragten, demzufolge teuren Lagen entstehen, durchaus hohe Mietvorstellungen, andererseits gibt es Bereiche, in denen es keine Engpässe gibt. Durch eine populistische Mietpreisbremse wird weder mehr Wohnraum geschaffen, noch wird der Zugang zum Wohnungsmarkt erleichtert.

Statt auf eine bundesweite Studie, die im Zweifel nur ein kleines Spektrum des bremischen Mietmarktes beleuchtet, für derartige Forderungen zurückzugreifen, sollte die Politik endlich vernünftige Rahmenbedingungen in Bremen schaffen, um eine echte Markttransparenz über die tatsächlichen Mieten in den einzelnen Wohnlagen Bremens zu ermöglichen. Hier fordert unser Verband seit langem, dass der mit ausgewiesenen Fachleuten besetzte Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Bremen mit ausreichenden Mitteln ausgestattet wird, um zumindest eine jährliche Mietübersicht für Bremen wieder aufzulegen. Die Mietübersicht des Gutachterausschusses war letztmalig 2011 erschienen und wurde dann aufgrund fehlenden Personals eingestellt. Hier sind in der Vergangenheit seriöse Zahlen auf den Tisch gelegt worden, die zwar keinen Mietspiegel ersetzen, mit  denen aber eine Einschätzung der Miethöhen nachvollziehbar erfolgen konnte. Im Übrigen ist es ein Unding, dass wegen der akuten Unterbesetzung des Gutachterausschusses bis zum Redaktionsschluss dieses Magazins noch nicht der für eine Immobilienmarkteinschätzung wichtige Grundstückmarktbericht für 2012 vorgelegt wurde. Auch die Bodenrichtwertkarte per 1. Januar 2013 lässt noch immer auf sich warten.

Die Einführung eines Mietspiegels für Bremen ist in der Vergangenheit immer wieder an den Stimmen der Regierungskoalition gescheitert. Nach dem Willen des Bundesgesetzgebers sollen die Gemeinden einen Mietspiegel erstellen, wenn hierfür ein Bedarf besteht und dies ist auch in Bremen mit einem vertretbaren Aufwand möglich ist. Dieser Bedarf ist nach meiner Auffassung in Bremen dringend gegeben und in der täglichen Beratung unserer Mitglieder deutlich spürbar.

Ihr Ingmar Vergau,
Dipl.-Jur. MBA Haus & Grund Bremen e.V.