Preisgünstige Wohnungen – aber wie?

Die Teilnehmer am Bündnis für Wohnen sind sich einig, dass preisgünstiger Wohnraum knapp ist.

Doch die jetzt verabschiedete Quote von 25 % Sozialwohnungen bei jedem größeren Bauvorhaben ist nicht die Lösung.

Die Politik, die dieses fordert, hat über Jahre durch immer neue Auflagen und Baustandards dazu beigetragen, dass Neubauwohnungen nicht unter Euro 9,50/m² Miete wirtschaftlich vermietet werden können. Die jetzt angestrebten Mietobergrenzen für die angestrebten neuen Sozialwohnungen von Euro 6,10 bis 6,50/m² sind selbst dann nicht realistisch, wenn die Stadt Bauplätze kostenlos zur Verfügung stellen würde. Es ist zusätzlich viel Geld aus den öffentlichen Kassen nötig, um es den Bauwilligen zu ermöglichen, die angedachten Mieten auch einhalten zu können.

Ohne eine entsprechende Förderung müssten die Investoren die unrentierlichen Kosten auf die restlichen 75 % der neu zu bauenden Wohnungen umlegen. Das ist unvernünftig, verteuert diese Wohnungen wiederum und dürfte die Bereitschaft, in den Neubau zu investieren, eher abwürgen als fördern. Haushalte die es sich leisten können, fragen auch zukünftig nach Neubauten. Die Käufer, die dann in diese Wohnungen ziehen, machen wiederum Mietwohnungen frei und diese werden auch wieder bezogen. Dieser Sickereffekt in Form von Umzugsketten hat eine nicht zu unterschätzende soziale Wirkung. Wer diesen Effekt leugnet, verweigert sich der Realität. Es gibt nur ein Problem: Neubau dauert und die Umzugsketten sickern nur langsam durch den Bestand.

Will man die Wohnkosten der Geringverdiener schnell senken, helfen nur direkte, den jeweiligen Wohnlagen angepasste Transfers. Das ist das klassische Wohngeld. Anders als die Schrotflinte sozialer Wohnungsbau mit hohen Streuverlusten, sind zielgerichtete direkte Hilfen für Betroffene wesentlich treffsicherer als die jetzt von der Baudeputation verabschiedete Quote für den sozialen Wohnungsbau. Sie helfen sofort und sind in der Wirkung gerechter. Soziale Durchmischung ist nicht durch Quoten erreichbar.

Ihr Dipl. Ing. Andreas Schemmel
Vorsitzender Haus & Grund Bremen e.V.