Erinnern Sie sich noch? Big-Brother Google is watching you!

Google schickte Kamerawagen durchs ganze Land und ließ Stadt für Stadt, Straße für Straße, Haus für Haus fotografieren. Das Ergebnis kennen wir: Google Street View, ein hoch gelobtes, jedoch auch von manchen gehasstes Internetportal.

Seinerzeit entbrannte eine intensive Diskussion über die Frage, was Geo-Datendienste zukünftig dürfen. Ist das eigene Haus urheberrechtlich geschützt oder bezieht sich der Schutz nur auf Personen oder Kennzeichen, die von Google selbstverständlich gepixelt wurden? Der seinerzeit zuständige Landesdatenschutzbeauftragte Hamburg verabredete mit Google umfangreiche Widerspruchsrechte. Wer sein Haus im Internet nicht finden wollte, legte Widerspruch ein. Google verpflichtete sich zur Pixelung und hielt die Zusagen auch halbwegs ein. Die Medien überschlugen sich und plötzlich wurde es still.

Doch die Stille ist oft trügerisch. Der Erfolg von Google brachte nun den Konkurrenten Microsoft auf den Plan. Es werden wieder Kamerawagen durch die Städte geschickt. Das beabsichtigte Internetportal läuft unter dem Namen „Bing Maps Streetside“. Diesmal ist das Landesamt für Datenschutzaufsicht in Bayern zuständig und die sahen das ganze Thema doch etwas laxer als die Hamburger Kollegen. Bürgerinnen und Bürger, die nicht wollten, dass ihr oder ein von ihnen bewohntes Haus im Internetdienst Bing Maps Streetside sichtbar wird, mussten bis zum 30.09.2011 gegen eine Veröffentlichung vorab Widerspruch einlegen. Hierfür konnte man sich bei Microsoft ein Formular aus dem Internet runterladen. Doch wehe, man füllte nicht alle sog. Pflichtfelder aus. Schon erhielt man die Nachricht, dass der Widerspruch nicht bearbeitet werden könne.

Doch wer hat von dieser Möglichkeit eines Vorabwiderspruchs gewusst? Die Medien schwiegen diesmal. Bremen taucht auf der langen Liste der Städte, die demnächst fotografiert werden sollen, noch gar nicht auf. Unsere Empfehlung: Wer nicht möchte, dass sein Haus nun plötzlich bei einem anderen Internetdienst als Google für alle Menschen auf dieser Erde sichtbar wird, die über einen Internetzugang verfügen, sollte unabhängig von der abgelaufenen Frist Widerspruch einlegen und sich im Falle eines ablehnenden Bescheides mit der Landesbeauftragten für den Datenschutz der Freien Hansestadt Bremen in Verbindung setzen. Dr. Imke Sommer und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in Bremen unter der Ruf-Nummer 0421 / 361 20 10 oder in Bremerhaven unter der Ruf-Nummer 0471 / 596 20 10 erreichbar.

Der Haus & Grund Landesvorstand sowie Ihre Haus & Grund Teams in Bremen, Vegesack und Bremerhaven wünschen Ihnen ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

Ihr Bernd Richter,
Geschäftsführer Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.